American Football: Thunderbirds starten durch
VON TOBIAS KRZOSSA - zuletzt aktualisiert: 18.08.2010Es ist nicht einmal vier Jahre her, da entschlossen sich die Verantwortlichen der Duisburg Thunderbirds, für die Saison 2007 ein U19-Juniorenteam in der sogenannten Aufbauliga ins Rennen zu schicken.
Was sich seitdem bei den American-Football-Talenten aus Duisburg getan hat, ist ein Märchen wie es kein Autor der Welt besser hätte schreiben können. Nach dem sofortigen Aufstieg in die Oberliga packten die Thunderbirds nach zwei Spielzeiten im letzten Jahr den Sprung in die Regionalliga. "Wir hatten uns damals das Ziel gesetzt, uns aus der Oberliga herauszuspielen. Das ist uns auch gelungen", erinnert sich der Trainer Matthias Probst mit einem Augenzwinkern zurück.
Der große Höhepunkt der rund 35-köpfigen Mannschaft, der sollte dann allerdings erst in diesem Jahr folgen. Mit "Schmackes" ging es in Richtung Bundesliga. Als Tabellenzweiter schaffte man nach einer herausragenden Saison mit vier Zählern Vorsprung auf den Dritten den Aufstieg in die "bell etage" des bundesweiten American-Footballs. "Damit rechnen konnte man natürlich nicht. Wir hatten uns als primäres Ziel gesetzt, Erfahrungen zu sammeln und uns in der Klasse zu etablieren. Auch wenn wir insgeheim einen Durchmarsch in die Bundesliga immer im Hinterkopf hatten", erklärt der Coach.
Einen sinnbildlichen Spieler für diesen Erfolg wollte er allerdings nicht nennen. Vielmehr sieht er die geschlossen starke Mannschaftsleistung um den Quarterback Matthias Weißbrenner als Schlüssel zum Erfolg: "Im vergangenen Jahr hat einfach alles gepasst bei uns."
In der nächsten Sason gilt es für die Thunderbirds dann, sich unter den ganz großen Adressen des deutschen Footballsports zu beweisen. Während vom Trainergespann zunächst einmal der Klassenerhalt angepeilt wird, will man in den nächsten Jahren dann auch in die oberen Tabellenregionen hineinschnuppern: "Erstmal müssen wir in dieser Liga Erfahrung sammeln. Dann kann man die Ziele im Laufe der Zeit anders ausrichten und vielleicht irgendwann vorne angreifen", so Probst.
Sicher ist sich der Trainer, dass es dem Duisburger Bundesligisten in Zukunft nicht an aktiven Sportlern mangeln wird. "Wir haben in den vergangenen Jahren kontinuierlich steigende Nachfragen bei den Jugendlichen beobachten können", sagt Probst. Immerhin: 35 Footballer im Alter von 15 bis 19 Jahren sprechen eine deutliche Sprache. Zumal bei einer Begegnung genau wie im Volkssport Fußball zunächst einmal "nur" elf Talente auf dem Platz stehen.
Die Mischung machte es
Was immer mehr Jugendliche an der in Deutschland lange Zeit als Randsportart verspotteten körperlichen Aktivität schätzen – das liegt für Probst auf der Hand: "Die Mischung macht es. Im Football kommt es auf die richtige Kombination aus Kraft, Athletik und strategischem Spielbewusstsein an." Wie weit es dann in der kommenden Saison für die Thunderbirds bei ihrer Bundesligapremiere wirklich hinausgeht, steht noch in den Sternen. "Erfahrung sammeln" – das könnte das Motto sein für die Duisburger Mannschaft, die sich einiges vorgenommen hat.
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