Sportpolitik: Verärgerter Stadtsportbund
VON HERMANN KEWITZ - zuletzt aktualisiert: 16.12.2009 - 10:40Die Stadt Duisburg lässt den SSB, aber auch viele Sportvereine auf bewilligte Zuschüsse in Höhe von etwa 60.000 bis 70.000 Euro sitzen. Die Veranstaltungen haben längst stattgefunden.
Die Jahresbilanz des Stadtsportbundes Duisburg gilt im allgemeinen als Veranstaltung von vorweihnachtlicher Friedlichkeit. Grünkohl wird gereicht und man erfährt, dass 100.000 Duisburg in etwa 470 Vereinen organisiert sind und beim Bildungswerk des SSB gute Arbeit geleistet wird.
Von Geschäftsführer Uwe Busch und dem SSB-Vorsitzenden Franz Hering weiß man im Speziellen, dass sie keineswegs mit den Krawallbürsten anderen den Scheitel gegen den Strich kämmen. Gestern war das anders: Uwe Buch nahm die Worte "unsinnig" und "Frechheit" in den Mund. Franz Hering ließ wissen, dass das "Ende der Fahnenstange" erreicht ist.
Der gute Glaube
Grund für den Unmut: Die Stadt Duisburg lässt den SSB, aber auch viele Sportvereine auf bewilligte Zuschüsse in Höhe von etwa 60.000 bis 70.000 Euro sitzen. Wohl gemerkt: Die Veranstaltungen wie die Deutschen Einermeisterschaften im Kanu, der Marathon, Senioren-Meisterschaften des TB Rheinhausen und viele mehr haben bereits stattgefunden. Die Vereine und der SSB gingen guten Glaubens und mit einem Bewilligungsbescheid in der Tasche Verpflichtungen ein. Zum Teil seien Vorsitzende aus Eigenmitteln in Vorleistung getreten. Nun heißt es von DuisburgSport: Kein Geld mehr da!
Weitere 120.000 Euro werden bei den Fahrtkostenzuschüssen für den Leistungssport nicht überwiesen. Für die Duisburg Ducks bedeutet das zum Beispiel, dass 14.000 Euro nicht in die Kasse kommen. So berichtete es Franz Hering. Der Eigenbetrieb DuisburgSport zahlt das Geld nicht aus. Weil der Regierungspräsident das nicht erlaubt. Der allerdings sei verärgert, weil Sportdezernent Reinhold Spaniel und der Stellvertretende Betriebsleiter Uli Dreher ihn im Frühjahr 2009 mit "unzutreffenden Zahlen konfrontiert" hätten, wie der SSB-Vorsitzender deutlich machte.
Bei den Veranstaltungszuschüssen hätten die Vertreter aus Duisburg für 2009 nur über 86.000 Euro in Duisburg gesprochen und diese auch bekommen. Den Vereinen aber hatte man insgesamt 149.000 Euro bewilligt, so Hering weiter. Paul Hoffmann, Vorstandsmitglied des SSB, goss noch einen Schluck Öl ins Feuer. In NRW gebe es keine andere Stadt, die Vereinen fest zugesagte Mittel verweigere. Bundesweit wisse er ebenfalls von keinem vergleichbaren Fall.
Nun heißt es: Nix da!
Hering ärgerte sich darüber, dass bei den Fahrtkostenzuschüssen noch im Oktober signalisiert worden sei, das Geld werde zum Jahresende fließen. Nun heiße es: Nix da! Auch vom Fehlen der Gelder für die Veranstaltungen in 2009 sei erst im Herbst gesprochen worden. Ob es für 2010 Zuschüsse für Veranstaltungen gibt ist ungewiss. Der Stadtsportbund will zwar beim Sparen helfen, ist aber über die Pläne der Verwaltung nicht informiert. Uwe Busch stellte die Stadtmeisterschaften der Fachschaften, den Sportaktionstag an der Regattabahn, den Sportaustausch mit Calais und die Sportschau zur Disposition. Den Marathon, die Ruhr-Olympiade und die Hallenhockey-EM wolle man aber durchführen. Zur Not ohne städtische Zuschüsse.
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