Wasserball: Wenn Nuancen entscheiden
VON KRISTOF KÖLLER - zuletzt aktualisiert: 23.05.2011Bei der Pokal-Endrunde in Berlin haben die Wasserballer des ASCD die Titelverteidigung knapp verpasst. Nach dem Halbfinalerfolg über den SV Würzburg setzte es im Finale gegen Spandau 04 eine 10:11-Niederlage.
Um ehrlich zu sein, war die diesjährige Pokal-Endrunde im Wasserball eine ziemlich blutleere Veranstaltung. Im Vergleich zum Vorjahr, als der SSV Esslingen in seinem Inselbad für die Austragung verantwortlich zeichnete, boten die beiden Tagen in der Sport- und Lehrschwimmhalle eher Magerkost. Mit Blick auf das Rahmenprogramm, versteht sich. Das sportliche Niveau konnte sich erwartungsgemäß sehen lassen.
Allein die Ausbeute ließ aus Sicht des ASC Duisburg zu wünschen übrig. Nach dem 17:4-Erfolg im Halbfinale über den SV Würzburg baten die "Amateure" im Endspiel die gastgebenden Wfr. Spandau 04 Berlin zur x-ten Auflage des "Gigantenduells" – und zogen, wie schon in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft, denkbar knapp den Kürzeren. Erneut gaben Nuancen den Ausschlag für den Seriensieger von der Spree, der am Samstagabend mit 11:10 (4:3, 2:1, 1:3, 4:3) die Oberhand behielt und sich zum 27. Mal den Pokalsieg sicherte.
Entscheidung durch Eidner
Die Partie verlief völlig ausgeglichen. Vier Minuten vor dem Ende leuchtete noch ein 8:8 auf der Anzeigentafel. Die Hinausstellung gegen Paul Schüler nutzte Spandau, um in Führung zu gehen. Dann schlug die Stunde des Dennis Eidner. Binnen einer Minute schnürte der junge Center einen "Doppelpack" zum 11:8 und machte damit das Berliner Double perfekt. Die Treffer von Tobias Kreuzmann kamen zu spät.
Unmittelbar nach dem Schlusssirene war die Enttäuschung im Lager der Amateure merklich spürbar. In der ersten Saison nach der "Verjüngung" wackelten sie heftigst am Spandauer Thron, konnten sich aber nicht mit einem Titelgewinn belohnen. "Das ist verdammt schade, aber unsere Mannschaft hat gezeigt, dass ihr die Zukunft gehört", befand ASCD-Sprecher Robert Dudziak. Mit den Planungen für die nächste Spielzeit haben die Verantwortlichen des Traditionsvereins naturgemäß bereits begonnen. Spruchreif ist indes noch nichts, abgesehen von Dirk van Kaathovens studienbedingtem Fehlen zu Saisonbeginn. Den 22-Jährigen zieht es im September für ein Semester nach Indien.
Das spärliche Drumherum bei der Endrunde hielt die Amateure im Übrigen nicht davon ab, ausgiebig den Saisonabschluss zu feiern. Erst wurde MSV gegen Schalke geguckt, anschließend gingen Mannschaft und mitgereiste Fans unter der Regie von Julian Real in Kreuzberg auf die Piste. "Das haben sich die Jungs verdient", so Dudziak, "schließlich betreiben sie einen enormen Aufwand."
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