Wasserball: "Wir sind eine echte Einheit"
zuletzt aktualisiert: 17.06.2010 - 09:28Interview Christian Koke, Trainer des Wasserball-Bundesligisten DSV 98, lässt die gerade zu Ende gegangene Saison Revue passieren und spricht über seine Erwartungen für die nähere Zukunft.
Im RP-Interview spricht Christian Koke (37), Trainer des Wasserball-Bundesligisten DSV 98, über die am Wochenende zu Ende gegangene Saison und verrät, was seine sportlichen Erwartungen für die nähere Zukunft sind.
Herr Koke, als Aufsteiger hat 98 letztlich souverän die Klasse gehalten. Sie dürften demnach zufrieden sein.
Koke Das bin ich auch. Wir haben unser Ziel erreicht und gegen Aegir Uerdingen nochmal gezeigt, dass wir es absolut verdient haben, weiter erstklassig zu spielen. Natürlich sind wir noch nicht da angelangt, wo wir mittelfristig hinmöchten. Den nächsten Schritt in die richtige Richtung haben wir in dieser Saison aber allemal gemacht.
Vor zwei Jahren musste ihr Verein den Abstieg in die Zweite Liga verkraften. Offensichtlich ist dies gut gelungen.
Koke So sieht's aus. Jedenfalls sind wir auf einem wirklich guten Weg. Wenn mal so will, haben wir im Zuge des Neuaufbaus mit vereinten Kräften zurück in die Spur gefunden. Unsere zahlreichen Helfer, allen voran Wasserballwartin Susanne Becker, leisten hervorragende Arbeit. Und unsere Fans sind einmalig. Zu jedem Auswärtsspiel haben sie uns zahlreich begleitet. Das gibt's in Wasserball-Deutschland in der Form wohl kaum ein zweites Mal.
Gehen wir etwas näher ins Detail. Was hat Ihnen an dieser Saison denn besonders gut gefallen?
Koke Die Geschlossenheit meiner Mannschaft. 2007/08 haben auch interne Reibereien dazu geführt, dass wir runter mussten. Jetzt sind wir eine echte Einheit. Nur so war es möglich, gegen jeden Gegner auf Augenhöhe zu agieren. Wir haben die erstplatzierten Magdeburger zwei Mal ärgern können, gegen den Tabellenzweiten OSC Potsdam sogar drei von vier möglichen Punkten geholt.
Trotzdem reichte es am Ende nicht für die Teilnahme an den Ausscheidungsspielen zu den Play-offs.
Koke Das ist sicherlich ein kleiner Wermutstropfen, denn das wäre allemal drin gewesen. Aber wir haben in beiden Hauptrunden-Spielen gegen Krefeld 72 nicht unser Potenzial abrufen können. Beim Unentschieden in Weiden waren wir die klar bessere Mannschaft, hatten aber die Schiedsrichter gegen uns. Und so fehlte uns dann in der Endabrechnung ein Punkt.
Was sind denn die Ziele für die Zukunft?
Koke Wir wollen den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen. In der Wasserball-Bundesliga ist es so, dass die Vereine ab Platz vier, also hinter Spandau, dem ASCD und Bayer Uerdingen, recht eng beieinander sind. Das ist ein großer Ansporn. Im Jugendbereich werden wir in der kommenden Saison erstmals seit langem wieder alle Altersklassen besetzen können und hoffentlich schon bald weitere Verstärkung aus den eigenen Reihen bekommen. Unsere Jugendspieler Jan Bilstein und Sebastian Tauwel standen ja schon in dieser Saison im Kader der ersten Mannschaft und haben ihre Sache gut gemacht.
Wie weit sind die personellen Planungen denn schon vorangeschritten? Bayer Uerdingen soll Interesse an einigen Ihrer Spielern bekundet haben.
Koke Das stimmt. Aber die Mannschaft bleibt zusammen, weil sich die Jungs bei uns wohlfühlen und sehen, dass wir noch eine Menge erreichen können. Dazu kommt Tim Focke, der über Spielmacher-Qualitäten verfügt und uns mit seiner Erfahrung eine enorme Verstärkung sein wird. Alle weiteren Entscheidungen werden in Kürze fallen. Zwei Spieler sollen in jedem Fall noch dazustoßen. Fest steht außerdem, dass wir das Trainer-Team in der Jugend erweitern werden.
Kristof Köller führte das Gespräch.
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