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Handball: Zu hohe Erwartungen

VON SEBASTIAN MÜHLEIS - zuletzt aktualisiert: 20.06.2009

Nach bemerkenswerten Ergebnissen in der Saisonvorbereitung lag die Messlatte für die Verbandsliga-Handballer des TV Aldenrade hoch – zu hoch, wie sich nach wenigen Wochen herausstellte.

Sehr groß war die Euphorie bei den Verbandsliga-Handballern des TV Aldenrade vor der just abgelaufenen Spielzeit. Mit Roland Frank war nach zwei Jahren Abstiegskampf unter Björn Kempmann ein erfahrener Mann als Trainer neu am Ruder, zudem ließen die Neuzugänge René Bülten, Jan in der Beek, Daniel Kiriakou und vor allem der aserbaidschanische Nationalspieler Elmar Hasan-Zada auf einen Platz im oberen Tabellendrittel hoffen.

Als die Walsumer dann in der Saisonvorbereitung auch noch mit bemerkenswerten Ergebnissen, meist gegen Mannschaften aus der Oberliga, aufhorchen ließen, entwickelte sich im Umfeld eine nicht geahnte Euphorie. Doch anstatt auf dieser Welle zu schwimmen war bereits nach dem Auftakt gegen den Nachbarn MTV Rheinwacht Dinslaken zu erkennen, dass die selbst auferlegte Hürde zu hoch ist. "Eigentlich sollte der fünfte oder sechste Platz das Ziel sein, die Mannschaft sollte zusammen wachsen, um ein Jahr später anzugreifen", erinnert sich Frank nur ungern an den Start zurück. Denn nicht nur gegen Dinslaken zeigte sich schnell, dass die Walsumer gegen Spitzenmannschaften nicht bestehen können, spielend leicht sicherte sich der Nachbar das Derby und ließ den TVA so in eine Saison taumeln, in der Konstanz ein echtes Fremdwort bleiben sollte.

So wechselten sich Licht und Schatten am Driesenbusch ebenso häufig ab, wie das eingesetzte Personal. Die unglaubliche Ausfallserie war sicher auch einer der Faktoren, der am Ende ausschlaggebend war, dass nicht mehr als Platz acht möglich war – mit einem negativen Punktekonto (25:27). Zunächst erwischte es mit Konstantin Sondram den "Chef" in Walsum – verheerend für Frank, hatte er den quirligen Rechtsaußen doch als Führungsspieler und verlängerten Arm auf dem Spielfeld doch fest eingeplant. Sondram stand erst zur Rückrunde wieder auf der Platte, doch auch andere Akteure fehlten über mehrere Wochen. So beendete etwa in der Beek nach einem Kreuzbandriss Mitte der Saison seine Laufbahn.

So kam es, wie es kommen musste, die Mannschaft wuchs nicht als solche zusammen, dazu musste der Trainer noch einige Grabenkämpfe abseits des Parketts überstehen, die dazu führten, dass Daniel Drespa weggeschickt wurde. Letztlich ist es ein Sinnbild für eine rundum verkorkste Saison, dass einzig Kreisläufer Christian Hussmann alle Spiele absolvierte.

"Wir waren in dieser Saison nur vier Spiele komplett – und die sind alle gewonnen worden", verdeutlicht Frank, dass mehr drin gewesen wäre. So bleiben als einzige positive Aspekte die Entwicklung der Nachwuchsleute Veit Oestermann und Philipp Peich sowie der finale Sieg gegen Rot-Weiß Oberhausen hängen. In dem letzten Spiel kämpften die Walsumer, als gäbe es kein Morgen, und sicherten so dem Nachbarn VfL Rheinhausen die Klasse.

Quelle: RP

 
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