Emmerich: Afghanistan: Serwaty will Entschuldigung
VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 14.01.2010 - 11:27Emmerich (RPO). Der Ex-Kommandeur der Emmericher Kaserne fordert Pfarrer Hans-Gerd Spörkel auf, sich öffentlich für seine Äußerungen zu Afghanistan zu entschuldigen. Der sieht dazu keinen Anlass: "Zu meiner Meinung stehe ich."
Der Halderner Pastor Hans-Gerd Spörkel ist dafür bekannt, dass er klar und pointiert Stellung bezieht. Im Gemeindebrief packte er beispielsweise das Thema Rechtsradikalismus an, jetzt sagte er klare Worte zum Einsatz in Afghanistan. Es gebe das Gebot "Du sollst nicht töten", das gelte auch hier, daher müsse umgehend ein Prozess zum Abzug der Bundeswehr aus dem Land eingeleitet werden.
Doch seine Äußerung "Es ist für mich unerträglich, wenn wir Krieg spielen" hat Alois Serwaty sehr empört. "Diese Aussage ist für mich unerträglich, sie ist nicht nur aus verantwortungsethischer und historischer Perspektive falsch, sondern verletzt zutiefst die Soldaten und Soldatinnen", schreibt der Ex-Kommandeur der Emmericher Kaserne. Die Soldaten würden in Afghanistan einen verantwortungsvollen und gefährlichen Dienst leisten, weil ihnen die Abgeordneten des Deutschen Bundestages nach freier und langer Diskussion diesen Auftrag erteilt hätten. Serwaty fordert: "Eine öffentliche Entschuldigung für diese Entgleisung wäre angebracht."
"Für mich gibt es in der Sache keinen Grund, mich zu entschuldigen. Ich stehe weiterhin zu meiner Meinung", sagt der Halderner Pastor. Zurücknehmen würde er aber den Begriff "Krieg spielen", weil das so verstanden werden könnte, als ob er die Situation in Afghanistan nicht ernst nehme. "Es war nicht meine Absicht etwas gegen die Soldaten zu sagen, sondern gegen die politischen Entscheidungsträger, die deutsche Soldaten in den Krieg geschickt haben." Für ihn sei es auch das Unwort des Jahres, dass die Regierung von "kriegsähnlichen Zuständen" spreche. "Wir sollten die Dinge beim Namen nennen. In Afghanistan ist die Bundesrepublik an einem Krieg beteiligt, weil man gegen Menschen vorgeht." Was es heiße, in Extremsituationen zu sein, wisse er aus seiner Arbeit als Polizeiseelsorger.
Spörkel findet positiv, dass jetzt eine Diskussion über das Thema in Gang gekommen ist. "Die war schon lange überfällig", sagt er.
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