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Rees: Aktion gegen Schoko-Ticket

VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 21.10.2011

Rees (RP). Rees sieht den neuen Fahrschein für Busse weiter kritisch. In der Region haben sich jetzt Eltern zusammen geschlossen, die auch beim Schulministerium dagegen protestieren wollen.

Warten auf den Schulbus am Reeser Schulzentrum: Künftig sollen sich die Eltern an den Buskarten finanziell beteiligen, weil die Verkehrsverbünde das Schoko-Ticket verpflichtend einführen wollen.  Foto:  Stade
Warten auf den Schulbus am Reeser Schulzentrum: Künftig sollen sich die Eltern an den Buskarten finanziell beteiligen, weil die Verkehrsverbünde das Schoko-Ticket verpflichtend einführen wollen. Foto: Stade

Beim Schoko-Ticket wird es jetzt auch in Rees bald richtig ernst. Im Dezember soll im Schulausschuss erstmals öffentlich über das Thema diskutiert werden. Wie berichtet, ist Rees eine der Kommunen, die das System sehr kritisch sehen. Bürgermeister Christoph Gerwers spricht von "Zwangsbeglückung". Denn der neue Schülerfahrschein soll in der Region flächendeckend eingeführt werden. Der Vorteil: Schüler können damit bis nach Oberhausen oder Duisburg fahren. Der Nachteil: Jeder soll das Ticket nehmen und dafür draufzahlen, auch wenn er es gar nicht will.

Immer mehr Proteste

Eben gegen dieses System will sich Rees wehren und nach Alternativen suchen. "Unsere Möglichkeiten prüfen wir derzeit noch", sagt Bürgermeister Christoph Gerwers. Die Stadt hat bereits ein Gespräch mit der NIAG geführt. Viel Neues gab es da nicht. Das Busunternehmen machte deutlich, dass es daran interessiert sei, dass alle Kommunen das neue Ticket einführen. Rees dagegen stellte klar: Wir wollen keine zusätzlichen Kosten für die Eltern.

Info

Eltern zahlen drauf

Bisher waren Schulbus-Karten für die meisten Schüler kostenlos.

Künftig soll das Schoko-Ticket eingeführt. Auch Eltern schulpflichtiger Kinder, die bisher kostenlos fahren konnten, müssen für die Tickets monatlich 11,60 Euro für das erste Kind und 6 Euro für das zweite Kind bezahlen. Jedes weitere Kind ist frei.

Mit dem Ticket könnten die Kinder am Niederrhein und in Teilen des Ruhrgebiets rund um die Uhr fahren.

 

Jetzt soll es noch Gespräche mit dem Kreis geben, um zu prüfen, ob ein Ausscheren von Rees Auswirkungen auf die Umlage für den Personennahverkehr hätte. "Wir haben natürlich auch erfreut registriert, dass es immer mehr Proteste auch aus anderen Kommunen gibt", sagt Gerwers.

Denn längst ist Rees nicht mehr bei seinem Widerstand allein. Nachdem auch das Fernsehen durch die RP-Berichte auf den Widerstand aus Rees aufmerksam wurde, wird jetzt aus weiteren Städten aus der Umgebung Kritik laut. Bei den beiden Weseler Gymnasien etwas war der Tenor einhellig. Von einer "Abo-Zwangsabgabe" war die Rede: Die Masse der Eltern will das Ticket nicht", sagt Dr. Heinz-Gerd Schott, Direktor des Konrad-Duden Gymnasiums. Schott ist hier also ganz auf der Linie seines früheren Schülers Christoph Gerwers. Der erläuterte am Donnerstag, dass es eine Abstimmung unter den Eltern in Rees aber erst einmal nicht geben wird.

Unterschriftenaktion

Heftigen Protest gibt es auch aus Bocholt. Dort besuchen viele Schüler aus Rees oder Hamminkeln traditionell das St.Josef-Gymnasium (Kapu). Hier will sich jetzt sogar eine Bürgerinitiative gegen das Schoko-Ticket gründen. Ziel der Eltern ist, auch andere Betroffene aus der Region mit ins Boot zu holen. "Wir sammeln jetzt Adressen, um diese an die Landeselternschaft der Gymnasien weiterzuleiten, die bereits Kontakt mit dem Schulministerium aufgenommen hat", sagt Ilona Bussen aus Hamminkeln, die die Aktion organisiert.

Info Wer sich der Initiative gegen das Schoko-Ticket anschließen will, sollte eine Mail an folgende Adresse schicken: schokoticket.bocholt1@web.de

Quelle: RP


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