Emmerich: Alle suchen „Hedwig“
VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 25.05.2007Emmerich (RPO). Der ganze Niederrhein fahndet derzeit offenbar nach einer Schnee-Eule. Die ist aus dem Vogelpark Plantaria ausgebrochen und seitdem flüchtig. Zuletzt gesehen wurde das Tier in Haffen.
Nicht ungefährlich
Die Experten des Vogelpark Plantaria raten davon ab, selbst zu versuchen, die Schnee-Eule einzufangen. „Sie hat spitze Krallen, das ist nicht ganz ungefährlich“, meint Markus Neumann.
Am besten ist es, wenn man den Vogelpark kurz telefonisch informiert unter 0 28 32 / 93 270.
HAFFEN / NIEDERRHEIN Mal wieder ist wohl Harry Potter schuld. Der Zauberlehrling lässt sich die Post bekanntlich bequem von seiner Schnee-Eule Hedwig liefern. Also verpassten auch die Besucher im Vogelpark Plantaria in Kevelaer-Twisteden einem Artgenossen kurzerhand diesen Namen – obwohl das Tier eigentlich ein Männchen ist. Kein Wunder also, dass die Nachricht für helle Aufregung sorgte, dass „Hedwig“ vor einigen Tagen aus dem Park ausgebüxt ist.
Das Plantaria startete sofort einen groß angelegten Suchaufruf in dem Medien, und seitdem scheint der ganze Niederrhein aus der Jagd nach Hedwig zu sein. Aus Dinslaken kam ein Anruf: Die Eule war dort „mir Sicherheit“ wiedererkannt worden. Auch in Twisteden selbst hatten aufmerksame Vogelfreunde „Hedwig“ bereits wieder gesichtet. Ob sie da das Heimweh plagte? Sogar die Nachricht vom Ableben der Eule hatte den Park inzwischen erreicht: Das Tier soll tot auf einem Weg in Schneppenbaum gelegen haben. Eine Meldung, die sich glücklicherweise als Ente entpuppte.
Die letzten Hinweise bei der Fahndung nach der derzeit wohl bekanntesten Eule am Niederrhein kommen aus Rees-Haffen. Hier hatte sich Landwirt Herbert Reinders am Mittwochnachmittag gewundert, dass die Krähen in so heller Aufregung waren. „Wohl eine Katze“, hatte er zuerst gedacht, bevor er auf der Wiese am Sommerkathsweg einen großen weißen Vogel sichtete. Hier vermutete er zunächst eine Möwe, doch als er sich mit seiner Frau etwas näherte, stand fest: Das ist eine Eule. Reinders erinnert sich an die Nachricht von der verschwundenen Hedwig und rief seinen Neffen und Naturschützer Willi Wißen an. Der brachte gleich sein Fernglas mit, zoomte sich nah an den Vogel ran und war nachher sicher. „Das ist eindeutig eine Schnee-Eule.“ Und die Beschreibung deckte sich mit dem gesuchten Tier aus Twisteden. Auch die Eule in Haffen war ausgewachsen und männlich. „Das war eine echte Augenweide“, berichtet Willi Wißen. Eine Augenweide freilich, die nur von kurzer Dauer war, denn gestern Morgen war der majestätische Vogel wieder verschwunden.
Auch die Experten des Plantaria hatten sich vergeblich auf den Weg nach Haffen gemacht. Die Suche geht also weiter. „Wir geben die Hoffnung nicht auf, Hedwig wieder einzufangen“, sagt Brigitte Hohl vom Vogelpark
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