Emmerich: Auch Holland spürt die Krise
zuletzt aktualisiert: 17.03.2009Emmerich (RPO). EMMERICH/KLEVE Der Arbeitsmarkt in den Niederlanden war in den zurück liegenden Jahren immer eine gute Alternative für Arbeitssuchende auf deutscher Seite. Wie es derzeit aussieht, ließ sich RP-Redakteur Markus Balser von Wilfried Kullmann, Teamleiter des Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit, erklären.
Wie groß wäre momentan meine Chance, wenn ich als Deutscher eine Stelle auf dem niederländischen Arbeitsmarkt suchen würde?
Wilfried Kullmann Das ist sehr stark abhängig von der Qualifikation und der Branche. In den Niederlanden gibt es derzeit eine ähnliche Situation wie in unserer Region. Maschinenbau und Automobilzulieferer haben eindeutig unter der Krise zu leiden. Durchaus noch größere Nachfrage herrscht im Bereich Dienstleistung und Logistik.
Wie sieht es im Bausektor aus?
Kullmann Auf jeden Fall im Moment nicht mehr so gut wie in den Jahren zuvor, wobei wir hier nicht genau sagen können, ob das jahreszeitlich bedingt ist oder auch an der allgemeinen Krise liegt. Da aber einige Großprojekte im Straßen-, Wohnungs- und Bahnbau genehmigt wurden, sind wir zuversichtlich, dass die Nachfrage im Frühjahr hier zumindest wieder verhalten anziehen wird.
Wie viele Menschen aus der Region arbeiten in den Niedrlanden?
Kullmann Das ist schwierig zu beantworten, weil es keine exakte Statistik dazu gibt. Vorsichtig geschätzt gehen wir von etwa 8000 Menschen aus dem Kreis Kleve aus, die in den Niederlanden arbeiten.
Welche Rolle spielt dabei die Zeitarbeit?
Kullmann Eine sehr große. Gute 80 Prozent dieser Arbeitsverhältnisse laufen über Zeitarbeit, wobei die Chance auf eine Übernahme in ein festes Arbeitsverhältnis nach einer Zeit von drei bis sechs Monaten besser ist als in Deutschland.
Wie groß ist das Einzugsgebiet der Firmen, die bei Ihnen Arbeitskräfte aus Deutschland nachfragen?
Kullmann Wir haben auch Firmen aus Den Haag und Rotterdam, aber das sind eher Einzelfälle. In der Regel sind die Firmen grenznah angesiedelt, also in einer Entfernung von 50 bis 60 Kilometern.
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