Emmerich: Auf den Spuren der Pilger
VON MARKUS BALSER - zuletzt aktualisiert: 31.03.2009Emmerich (RPO). Emmerich und Elten waren früher wichtige Knotenpunkte für Pilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela. Im Rheinpark und in Hochelten werden am Samstag Jakobusstelen gesegnet, die daran erinnern.
Nur gut, dass das Info-Center (IcE) einen Mitarbeiter wie Rüdiger Kunz hat. Der fast siebenjährigen Recherchearbeit des ehemaligen Berufsberaters des Arbeitsamtes ist es zu verdanken, dass sich Emmerich jetzt auch offiziell Pilgerstadt nennen darf.
Im Jahre 1999 hatte der Landschaftsverband Rheinland beschlossen, die alten Pilgerwege, die von unseren Breiten nach Santiago de Compostela führen, in Zusammenarbeit mit der Deutschen Jakobusgesellschaft wiederzubeleben. Voraussetzung , um in die Reihe der Pilgerstädte aufgenommen zu werden, war allerdings auch ein Nachweis dafür, dass die Städte früher tatsächlich von den religiösen Wanderern auf ihrem beschwerlichen Weg nach Spanien aufgesucht wurden.
11 und 14 Uhr
In St. Vitus beginnt der Gottesdienst um 11 Uhr. Für den musikalischen Rahmen bei der Übergabe der Stele sorgt der Musikverein Elten.
In Emmerich beginnt der Gottesdienst um 14 Uhr in St. Aldegundis. Bei der Übergabe wird das Praester Blasorchester mit von der Partie sein.
Eine Arbeit für Rüdiger Kunz. In Archiven in Utrecht, Münster, Köln und Düsseldorf suchte er nach historischen Aufzeichnungen, Urkunden und Briefen – und wurde fündig. Das Ergebnis: "Emmerich und Elten waren wegen ihrer Stifte sowie ihrer sicheren Hanse- und Handelswege regelrechte Knotenpunkte vor allem für Pilger aus dem Raum Groningen bis hin zur Nordsee", so Kunz. Unter anderem dokumentierten das auch die Kirchenschätze und Reliquien von St. Vitus und St. Martini.
Neues, sichtbares Zeichen für den Titel, den Emmerich jetzt tragen darf, werden – neben der Kennzeichnung des Weges mit speziellen Schildern – zwei metallene Stelen sein, die am Samstag offiziell übergeben und gesegnet werden und zwar in Hochelten und dem Rheinpark. Auf der Pilgerroute ist das eine Besonderheit. "Die meisten Städte haben nur eine Stele, wir aber zwei", freut sich IcE-Chefin Dr. Manon Loock-Braun. Sie hat bereits in den zurückliegenden Jahren beobachten können, dass immer häufiger Pilger nach Emmerich kommen, also auch einen nicht zu vernachlässigenden touristischen Faktor darstellen.
Die Übergabe der Stelen ist jeweils verbunden mit einem ökumenischen Gottesdienst in St. Vitus beziehungsweise Aldegundis. In Elten befindet sich die modern gestaltete Jakobusstele in einer Sichtachse zum Freiheitskreuz. Der Platz, an dem sie aufgestellt ist, wird vom hiesigen Verschönerungsverein gestaltet. In Emmerich steht die Stele im Rheinpark und somit im Schatten der Aldegundiskirche. "Dort gab es im Mittelalter eine Gilde, die den Heiligen Jakobus mit einem eigenen Altar verehrte", hat Rüdiger Kunz heraus gefunden.
Ausgestattet mit Pilgerstöcken und Muscheln wollen Teilnehmer des Gottesdienstes am Samstag von Hochelten die knapp acht Kilometer nach Emmerich zurücklegen. Von dort aus sind es übrigens dann nur noch rund 2600 weitere bis nach Santiago de Compostela.
Hinweis Die Volksbank als Sponsor legt eine Karte mit einem Zwei-Cent-Stück auf, auf dessen Rückseite die Kathedrale von Compostella zu sehen ist.
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