Emmerich: Bahn kritisiert A-3-Version
VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 07.05.2009Emmerich (RPO). Die Bahn hat der A-3-Variante bei der Betuwe jetzt eine deutliche Absage erteilt. Zu teuer, zu große Eingriffe in die Natur – das sind vor allem die Argumente gegen eine Strecke entlang der Autobahn.
Die Bahn AG hat sich noch mal die früheren Untersuchungen zum möglichen Neubau der Betuwe entlang der Autobahn angeschaut und kommt zu einem eindeutigen Schluss: Der dreigleisige Ausbau der bestehenden Strecke zwischen Emmerich und Oberhausen ist ohne Alternative. Das geht aus einem Schreiben von Bahn-Vorstand Oliver Kraft an den SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Ulrich Krüger hervor.
Kraft führt drei Gründe an, die gegen die von der Initiative BISS geforderte autobahnnahe Trasse sprechen: Der Neubau wäre drei Mal so teuer; trotz der Neubaustrecke nähme der Verkehr auf der Altstrecke zu, ohne dass es zu Lärmschutz komme; die Neubaustrecke führe zu Eingriffen "in hochwertige Landschaftsräume und Erholungsgebiete".
Auch Zeitfaktor spricht dagegen
Letztlich, so Kraft, spreche die Zeit gegen völlig neue Überlegungen. Die Regierungen in Deutschland und den Niederlanden, so der Bahnvorstand, hätten erst 2007 festgelegt, dass das dritte Gleis 2013 liegen soll. Schon aus dem Grund sei die Trasse an der Autobahn abgefahren. Sie könne frühestens 2020 realisiert werden.
BISS tagt heute
Die Interessengemeinschaft BISS wird heute um 19 Uhr im Saal der Mehrhooger Gaststätte Hornecker (an der B 8) über Sicherheitsrisiken aufklären und über unzureichenden Lärmschutz entlang der Betuwe zwischen Oberhausen und niederländischen Staatsgrenze informieren. Bekanntlich setzt sich BISS für eine autobahnnahe Neubautrasse ein. Als Gast wird Paul Freriks aus Zevenaar erwartet. Er gehört zu den Betuwe-Kennern in den Niederlanden.
BISS hatte sich vor einiger Zeit in Millingen gegründet und will notfalls auch juristisch für eine "Siedlungsferne Trasse" kämpfen.
Hauptargument ist vor allem die Sicherheit der Anwohner.
Unterdessen hat SPD-Politiker Krüger die Bahn aufgefordert, ihre bislang vorgestellten Ausbaupläne grundlegend zu überarbeiten, um die Akzeptanz an der Strecke deutlich zu erhöhen. "Die Bahn hat Mitte März im Betwue-Beirat signalisiert, über innovativen Lärmschutz nachzudenken, damit fünf Meter hohe Lärmschutzmauern deutlich abgetragen werden", sagte Krüger gestern. Er stehe voll hinter den Forderungen der Region. Die Bahn sei in der Pflicht, endlich Vorschläge zu präsentieren, "die sich an den berechtigten Bedürfnissen der Menschen orientieren und sich nicht in erster Linie von Wirtschaftlichkeit leiten lassen", so der finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Sozialverträglicher Lärmschutz sei teuer und müsse mit zusätzlichem Geld unterfüttert werden. "Aber erst muss die Bahn sagen, was machbar ist und was es kostet", so Krüger, "dann muss die Politik in Bund und Land springen."
Verträgliche Lösungen
Die Devise für den Ausbau laute: "Nicht das Billigste, sondern das Beste für die Menschen, die mit dem Ergebnis ein Jahrhundert lang leben müssen." Er sei überzeugt, dass neue Überlegungen der Bahn nur unwesentliche Verspätung bescheren. "Es ist besser, noch vor Start der Planfeststellung gute Lösungen vorzustellen, ehe man im Verfahren beklagt wird."
Die Kommunen an der Strecke wollen vor allem für verträgliche Lösungen kämpfen, die verhindern, dass gewachsene Strukturen zerschnitten werden.
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