Rees: „Platzangst“ beim Kabarett
VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 09.12.2008Rees (RPO). Bei Veranstaltungen im Bürgerhaus kommt es häufig zu Gedränge vor den Türen. Weil es keine nummerierten Sitze gibt, wollen viele schnell in den Saal, um sich die besten Plätze zu sichern. Ein Gitter soll nun Abhilfe schaffen.
Das Gastspiel von Komiker Bernd Stelter hat offenbar nicht nur Frohsinn, sondern durchaus auch Beklemmung verbreitet. Anlass war nicht die Qualität der Witze, sondern die Situation beim Einlass im Bürgerhaus. Besucher beschwerten sich bei Mitgliedern des Kulturausschusses über das Gedrängel und Geschubse bevor sich die Türe beim restlos ausverkauften Auftritt öffneten. Sogar „Todesangst“ habe man verspürt, hieß es anschließend.
Hintergrund der Platzangst beim Kabarett ist die unübersichtliche Situation vor dem Öffnen der Türe im Bürgerhaus. Viele Besucher stehen bereits dicht vor dem Eingang, von hinten wird gedrängelt, weil jeder schnell im Saal sein und sich die besten Plätze sichern möchte. Da sich die Türen allerdings nur nach außen öffnen lassen, wird die Menge zwangsläufig wieder etwas zurück gedrängt. Folge: Das Drängeln wird noch schlimmer.
Es gibt noch Karten
Beim Kulturbüro Niederrhein, das die Comedy-Reihe organisiert, ist man überrascht, dass das Gedränge ein Thema ist. „Das hält sich in Rees im üblichen Rahmen“, so Katharina Jörger.
Gleichwohl sieht man die Initiative mit dem Gitter positiv.
Für die Springmaus am Donnerstag gibt es noch Karten.
Eine Situation, die offenbar nicht nur für die Besucher beklemmend ist. „Auch unsere Mitarbeiterin hat regelmäßig Probleme, wenn sie die Tür öffnet. Dann muss sie sehen, dass sie sich anschließend schnell in Sicherheit bringt“, sagt Kulturamtsleiter Ludger Beltermann. Anlass für eine ausgiebige Diskussion über das Problem.
Hilfreiche Ratschläge gab es von der stellvertretenden Bürgermeisterin Mariehilde Henning. Die hat nämlich ähnliche Zustände bereits als Mitorganisatorin der Frauen-Karnevalssitzung erlebt. Auch da kam es regelmäßig zu Gedränge beim Einlass. „Daraufhin haben wir Sperrgitter eingesetzt und seitdem ist Ruhe“, erläuterte die CDU-Politikerin.
Eine Anregung, die das Kulturamt aufnahm und jetzt direkt Donnerstag beim Auftritt der „Springmaus“ testen will. Denn auch das Gastspiel der Improvisations-Helden wird sehr gut besucht sein. Damit es diesmal kein Gedränge gibt, wird das Gitter so platziert, dass die Besucher sich quer zum Rathaus unter den Arkaden aufstellen. Erst wenn die Türen geöffnet sind, werden auch die Sperrgitter beiseite geräumt.
Jeder hat freie Platzwahl
Der große Run auf die Plätze hängt auch damit zusammen, dass es im Bürgerhaus keine nummerierten Sitze gibt. Die wird es auch weiterhin nicht geben. Denn da die Karten an verschiedenen Vorverkaufsstellen angeboten werden, sei es sonst manchmal schwer, Plätze nebeneinander zu bekommen. „So hat jeder freie Sitzwahl“, sagt Beltermann. Wenn er denn schnell genug ist.
Der Kulturamtsleiter weist darauf hin, dass es das Problem allerdings nicht bei jeder Veranstaltung gebe. Das Publikum von Konrad Beykircher etwa drängelt nicht. Bei Mario Barth oder Ingo Appelt dagegen geht es eben offenbar bereits weit vor dem Auftritt schon richtig zur Sache.
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