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Rees: Beton-Decke für die Kasematte

VON MARKUS BALSER - zuletzt aktualisiert: 16.04.2009

Rees (RPO). Das unterirdische Gemäuer am Westring soll jetzt wasserfest gemacht und stabilisiert werden. Der Denkmalschutz hofft, dass die Baumaßnahme Ende Mai beendet ist und die Kasematte wieder geöffnet werden kann.

Die Gänge werden durch Stützen stabilisiert.   Foto: RPO
Die Gänge werden durch Stützen stabilisiert. Foto: RPO

Bereits seit Herbst letzten Jahres ist sie gesperrt und mit einer dicken Plane zum Schutz vor Regen abgedeckt – die Kasematte am Westring. Der Zahn der Zeit, aber vor allem eindringendes Wasser hat der Bastei aus dem 16. Jahrhundert arge Probleme bereitet.

"Im Laufe der Zeit haben sich einige Feldbrandsteine gelockert. Das hat zum Teil auch bis zu ein Zentimeter breite Risse in den Wänden geführt und die Stabilität der Anlage beeinträchtigt. Da gab es also wirklich Handlungsbedarf", erklärt Kerstin Pieper. Bereits im Jahr 2006 wurde der kürzere der drei Gänge der Bastei saniert, so die Sachbearbeiterin für Denkmalschutz bei der Stadt Rees. Nun sind die beiden anderen Korridore an der Reihe.

Info

Sanierung geplant

Ebenfalls ins Auge gefasst istdie Sanierung der Kasematte am Rondell (Am Bär). Auch sie soll nach Möglichkeit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, was bislang noch nicht der Fall war.

Über die Baumaßnahmen wird derzeit mit den zuständigen Behörden, darunter auch dem Deichverband, verhandelt.

Ein Statiker hat die etwa zwölf Meter langen Gänge A und B, die derzeit noch durch Stützen stabilisiert werden, bereits unter die Lupe genommen. Eine Spezialfirma wird die Sanierung übernehmen. Dabei wird eine Beton-Decke oberhalb der Schnittpunkte beider Gänge eingegossen. An ihr wird das Gewölbe mit Edelstahlverankerungen sozusagen aufgehängt.

Eine dicke Teichfolie soll dann weiteres Eindringen von Wasser verhindern. Neue Drainagen sollen zudem das Abfließen des Wassers ermöglichen. Dass das Prinzip funktioniere, habe sich an dem bereits auf gleiche Weise sanierten Gang C gezeigt. "Seitdem ist er trocken", so Kerstin Pieper.

Eine Plane schützt die Festungsanlage vor eindringendem Wasser, das in den unterirdischen Gängen manchen Schaden anrichtete. Foto: RPO

Einzigartiges Ensemble

Voraussichtlich nächste Woche werden die Arbeiten beginnen. Nach Möglichkeit sollen sie Ende Mai beendet sein – gerade noch rechtzeitig also, um die Kasematte auch wieder für die Tourismus-Saison zu nutzen, denn Führungen durch die Befestigungsanlagen sind bei Reesern wie Gästen der Stadt sehr beliebt. Und das aus gutem Grund. Schließlich gehört die Kasematte am Westring zu einem am Unteren Niederrhein einzigartigen, historischen Ensemble einer Befestigungsanlage. Denn auch die Kasematten unter dem Museum, am Bär und einer unter einem Privathaus befindlichen am Rheintor sind trotz allem in einem guten Zustand sind.

"Fest steht, dass die Bastei am Westring um 1583 entstanden ist und etwa 20 bis 30 Jahre zur Verteidigung der Stadt genutzt wurde", weiß Kerstin Pieper. Die genauen Kosten für die Sanierung kennt sie noch nicht. Sie überstiegen jedoch nicht eine fünfstellige Summe. 20 000 Euro schießt das Land in jedem Falle zu.

Sobald die Arbeiten, die von Archäologen dokumentiert werden, beendet sind, wird wieder Mutterboden auf die Gewölbekappen aufgeschüttet. Die gesamte Anlage wird dann mit Bodendeckern bepflanzt, allerdings nur mit Arten, deren Wurzeln keinen Schaden im Mauerwerk anrichten können.

Quelle: RP

 
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