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Emmerich: Betuwe-Initiative will Einigkeit

VON F. SCHUBERT, S. LATZEL UND L. KÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 20.03.2009

Emmerich (RPO). Eine alte Idee hat derzeit wieder Konjunktur. Mit Unterstützung einer Gruppe aus Wesel wird bei der Betuwe eine neue Trasse an der A 3 gefordert. Die Betuwe-Initiativen warnen aber vor einem Nebenkriegsschauplatz.

Gestern Abend wurde die Idee vor zahlreichen Bürgern noch einmal in Vrasselt vorgestellt. Die dritte Trasse soll an der A 3 verlaufen. Das würde die Anlieger entlasten und sei einfacher umzusetzen, wird argumentiert. "Eine solche Trasse könnte für den Betuwe-Verkehr und den ICE genutzt werden", erklärte gestern Mittag Karl-Heinz Jansen, einer der Initiatoren der Veranstaltung in Vrasselt.

Der Praester weiter: "Die Bahn würde so auch Geld für die Beseitigung der Übergänge sparen, das sie zum Ausbau der Umfahrung verwenden könnte." Für die Anwohner entstünde so eine Situation wie 1992, als der Staatsvertrag für die Güterstrecke geschlossen wurde. Eine Situation, mit der die Anwohner laut Jansen leben könnten.

Doch bereits im Vorfeld der Veranstaltung in Vrasselt mahnten Vertreter der Bürgerinitiative "Betuwelinie – So nicht !" zur Einheit unter den Betroffenen von Emmerich bis Oberhausen. Sprecher Gert Bork etwa, seit 17 Jahren mit der Materie befasst, sorgt sich um den Erfolg der Arbeit der Betuwegruppen. Er ist wenig begeistert über die beim Weseler Bürgertreff (WBT) wieder neu formulierte Forderung nach einer Alternativtrasse an der Autobahn. "Was soll heute anders sein ?", fragt Bork mit Bezug auf das Spiekermann-Gutachten von 2000 zur A 3-Trasse. "Ein neues Gutachten kostet Zeit und bringt Nachteile", sagte Bork. Er spricht von einem "Nebenkriegsschauplatz".

Dr. Bruno Ketteler will die neuen Aktivitäten nicht bewerten, weist aber darauf hin, dass eine Trasse an der A 3 die Probleme nicht löse. "Wir brauchen Erleichterungen für die Menschen an der Strecke. Die gibt es mit einer A 3-Trasse nicht", sagt der Sprecher der Betuwe AG. Denn Lärmschutz an der bestehenden Strecke gebe es nur, wenn dort auch das dritte Gleis gebaut würde. Auch eine Lösung für die Übergänge liege damit auf Eis. Denn dieses Problem würde dann von der Bahn gar nicht angepackt. Die Folge: Immer mehr Güterzüge rollen über die Strecke, die Schranken bleiben noch länger unten, Tunnel/Überführungen gibt es nicht.

Zudem gebe es die Aussage der Bahn, dass über eine Trasse an der A3 der ICE rollen würde. Die rumpelnde Güterzug-Schlange würde dagegen dann ohne Lärmschutz auf der alten Strecke fahren.

Die Einheit am Niederrhein, die bislang so viel bewirkt habe wie in kaum einer anderen Region Deutschlands, sieht Gert Bork in Gefahr. Denn wegen der A 3-Diskussion würden Oberhausen und Dinslaken schon ausscheren wollen, Hünxe und Isselburg würden nun erst betroffen, in Hamminkeln mehr Menschen als jetzt leiden.

Quelle: RP

 
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