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Haldern: Betuwe-Lärm: "Es ist eine Katastrophe"

zuletzt aktualisiert: 07.02.2009

Haldern (RPO). Eins steht für Franz Schwarzkopf inzwischen fest: "Noch einmal würde ich nicht hierhin ziehen", sagt der Halderner, der die Betuwe quasi als Nachbar hat. Direkt an seinem Garten verläuft die Güterverkehrsstrecke, auf der im Laufe der Jahre der Verkehr immer mehr zugenommen hat.

Franz Schwarzkopf wohnt gleich neben der Gleislinie. Er kritisiert wie viele Anwohner die unzumutbare Situation.  Foto: RPO
Franz Schwarzkopf wohnt gleich neben der Gleislinie. Er kritisiert wie viele Anwohner die unzumutbare Situation. Foto: RPO

Früher seien nur ein paar Güterzüge gefahren, heute ist ständig Betrieb auf den Schienen. Es ist kaum daran zu denken, die Fenster zu öffnen, obwohl dort bereits Lärmschutzglas eingebaut ist. Der Sohn musste sogar in ein anders Zimmer umziehen, weil er vom Krach der Züge jede Nacht mehrmals wach wurde. "Der Lärm ist eine Katastrophe", sagt Schwarzkopf, vom Wertverlust des Hauses ganz zu schweigen.

Widerstand wächst

Diese Situation schilderte Schwarzkopf gestern auch dem WDR, der nach Haldern kam, um dort über die Situation an der Betuwe zu drehen. Unter dem Titel "Betuwe-Linie Der Widerstand wächst" sollte der Beitrag gestern Abend gesendet werden. Schwarzkopf hatte zum Drehtermin zahlreiche Nachbarn eingeladen, die ebenfalls ihrem Ärger über die Bahnlinie Luft machten. "Wichtig ist, dass das Thema im Gespräch bleibt und dadurch auch Druck auf die Verantwortlichen gemacht wird", sagt Schwarzkopf, der ausdrücklich die Arbeit der Betuwe-Initiative lobte. Darüber sei viel in Bewegung gekommen.

Klar ist aber auch, dass das Thema "Lärmschutz" eine zweischneidige Sache ist. "Denn wir wissen, wenn eine Lärmschutzwand kommt, dann haben wir hier auch eine hohe Mauer vor dem Garten." Jetzt kann er noch bis zum Reeser Meer schauen, das wird dann vorbei sein. Ein Nachbar liegt sogar etwas tiefer und hätte dann später eine nahezu sechs Meter hohe Wand fast vor dem Wohnzimmerfenster. "Der sieht die Sonne dann gar nicht mehr."

Gefordert wird daher bekanntlich auch, dass transparente Elemente verwendet werden wie in den Niederlanden. Doch der Nachteil ist auch den Anwohnern bewusst. Diese Elemente "saugen" den Schall nicht, sondern reflektieren ihn lediglich. Gerade in Haldern wäre das fatal. Denn hier soll der Lärmschutz nur auf der Seite zum Dorf hin aufgebaut werden. Bei einer Glaswand würde der Lärm für die Anwohner auf der anderen Seite der Bahn dann sogar noch zunehmen.

Quelle: RP

 
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