Emmerich: Bleiben Studenten in der Stadt?
VON CHRISTIAN HAGEMANN - zuletzt aktualisiert: 21.01.2012Emmerich (RP). Im Herbst geht die Hochschule aus Emmerich weg. Bleiben trotzdem die Studenten? In der alten Kaserne könnte ein Freshman-Institut entstehen. Für die Idee müsste die Stadt allerdings das Gelände kaufen.
Wer nach Kleve schaut, dem fällt schnell auf, welchen Schub die Stadt durch die Hochschule bekommen hat. Im Herbst ist dort der Neubau fertig. 3000 Studenten sollen in Zukunft an der Hochschule Rhein-Waal unterrichtet werden. Das bedeutet Aufschwung für den Handel, für die gesamte Wirtschaft und natürlich auch für die Hauseigentümer, die Wohnungen vermieten können.
Emmerich ist bekanntlich übergangsweise ein Standort der Hochschule. In der alten Kaserne gibt es Vorlesungsräume und Studentenbuden. 50 junge Menschen leben hier.
Soll das im Herbst alles vorbei sein?
Die Kaserne
Eigentümer Die Kaserne gehört dem Bund und wird von der "Bima" verwaltet. Das ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.
Preis Die "Bima" fordert 2,8 Millionen Euro für die Kaserne (326 000 Quadratmeter).
Schwierigkeit Der Kanal der Kaserne ist 40 Jahre und müsste für viel Geld erneuert werden.
Vielleicht nicht. Denn Bürgermeister Johannes Diks liebäugelt mit einer Idee, die es an der Fachhochschule Aachen gibt: ein Freshman-Institut für ausländische Studenten.
In Aachen klappt's
Als Freshman bezeichnet man im Englischen die jungen Studenten im ersten Jahr.
Während ihres Freshman-Jahres erweitern die jungen Auslandsstudenten ihre Sprachkenntnisse sowie alle fachlichen und praktischen Fähigkeiten, die sie für ihren späteren Studiengang brauchen.
Danach können sie ihr Studium in einem der Bachelorstudiengänge, auf die die Aachener Hochschule sie vorbereitet hat, an einer Hochschule in Nordrhein-Westfalen fortsetzen.
Das wäre vielleicht auch eine Idee für Emmerich. Bekanntlich leben hier viele Studenten aus Nicht-EU-Ländern. Emmerich hätte eine hochwertige Nutzung auf einem Teil der alten Kaserne – und natürlich eine Bereicherung für die Stadt. Denn die jungen Leute würden auch hier wohnen. Ohnehin ist es fraglich, ob Kleve allen Studenten eine Wohnung bieten kann.
Voraussetzung für das Konzept ist, dass die Stadt das Kasernengelände kauft. Oder eine Gesellschaft, die mit der Stadt verbunden ist. Wie die Erschließungsgesellschaft Emmerich. Sie gehört zu 51 Prozent der "Port Emmerich", also der Hafengesellschaft, die Teil der Stadtwerke-Holding ist. 49 Prozent der Anteile gehören der Stadtsparkasse. Und dort sitzen Emmericher Politiker im Verwaltungsrat. Die Emmericher Erschließungsgesellschaft hat erfolgreich den "Net-Park" vermarktet. Das ist das Areal rund um Konica-Minolta und Obi an der Budberger Straße. Ein ähnliches Modell wäre für das Kasernengelände denkbar. Das Areal könnte stückchenweise an Investoren verkauft werden.
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