Rees: Bürgermeister entschuldigt sich
VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 24.05.2011Rees (RPO). Nach der Sprengung der Bombe geht die Stadtverwaltung in die Offensive. Die Situation sei unterschätzt worden. Es sei ein Fehler gewesen, die Anwohner nicht über die Aktion zu informieren. Bei der Sprengung waren Splitter bis in Gärten und zum Tennisplatz geflogen.
Von einer "Krisensitzung" wollte zwar niemand im Rathaus sprechen, doch klar war, dass gestern eine Besprechung die nächste jagte. Anlass war das Zünden der Bombe und die Frage, ob sich das Ordnungsamt richtig verhalten hat. Wie berichtet, war auf eine Information der Anwohner verzichtet worden. "Im Nachhinein ist das ein Fehler gewesen", hatte Ordnungsamtsleiter Willi Beltermann bereits am Wochenende gesagt.
"Sprengkraft unterschätzt"
Gestern folgte eine offizielle Entschuldigung der Verwaltungsspitze: Es sei versäumt worden, die betroffenen Bewohner im Radius zwischen 250 und 500 Meter über die Sprengung zu informieren. In diesem Bereich hätten sich die Bewohner eigentlich in ihre Gebäude begeben und Türen und Fenster schließen müssen.
"Für dieses Versäumnis entschuldige ich mich. Ich bin froh, dass lediglich Sachschäden und keine Personenschäden zu verzeichnen sind", so Bürgermeister Christoph Gerwers gestern in einer schriftlichen Stellungnahme.
Die Analyse der Vorgänge habe ergeben, dass die Situation und die Sprengkraft vom Bereitschaftsdienstes unterschätzt worden seien, so die Stadt Rees. Angesichts einer fast fünf Meter tiefen Grube, in der sich die Bombe befand, und der Lage der weiteren Gebäude und Wohnbebauung sei man davon ausgegangen, diese seien durch den Deich geschützt.
Polizeisprecher Manfred Jakobi erläuterte gestern, dass die Polizei an der Entscheidung, ob die Anwohner informiert werden sollen, nicht beteiligt war. "Wir wurden am Freitag um 15.45 Uhr informiert, dass eine Bombe gefunden wurde. Beamte von uns waren vor Ort, bis das Ordnungsamt übernommen hat." Dann sei die Polizei wieder abgerückt.
Die Beamten seien erst wieder angefordert worden, als Wardstraße und Rheinbrücke wegen der Sprengung gesperrt werden mussten. Die Polizei hatte Sperrpunkte eingerichtet, die weit außerhalb des 500-Meter-Radius lagen. Die Rheinbrücke wurde bereits auf der anderen Seite in Höhe der Abfahrt Hönnepel dicht gemacht.
Die Bombe war bei Baggerarbeiten gefunden worden. Nach dem Fund soll dort nicht weiter gegraben werden.
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