Rees: Bunter Stimmenmix in Rees
VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 09.05.2010 - 23:32Rees (RPO). Zwar konnte die CDU in Rees mehr Stimmenanteile als im Landesvergleich holen, aber auch hier mussten die Christdemokraten heftige Einbußen hinnehmen. Die Wähler entschieden sich für andere Parteien. Die Sonstigen kamen auch in Rees auf mehr als fünf Prozent.
Ein kleines Opfer hatte die Landtagswahl bereits im Vorfeld gefordert. Nach den vielen Wahlen in den letzten Monaten hatte die Verwaltung das kleine Wahllokal auf dem Campingplatz Mehr gestrichen. "Dadurch sparen wir einen kompletten Wahlvorstand", war die Erklärung.
Vom Campingplatz zur Gaststätte
Denn auch in Rees war es nach so vielen Wahlen in letzter Zeit nicht einfach, wieder problemlos Wahlhelfer zu rekrutieren. Für die Wähler vom Campingplatz bedeutete das aber nur eine kleine Umstellung: Sie mussten lediglich etwa 100 Meter weiter laufen und konnten dann in der Gaststätte Bömer ("zur Rose") ihre Stimme abgeben.
Durch die Umstellung ging nur der Running Gag der letzten Wahlen verloren, als recht ungewöhnliche Wahlergebnisse vom Campingplatz die politische Landschaft in Rees zumindest für kurze Zeit durcheinander gewirbelt hatten, bis die anderen Wahlbezirke das Bild wieder gerade rückten.
Diesmal war der Bereich Grüttweg der erste Wahlbezirk, der ausgezählt war und hier zeichnete sich ein Trend ab, der auch Rees bestimmen sollte. Die SPD hatte im Vergleich zur letzten Landtagswahl zugelegt, die CDU kräftig verloren. Vor allem zeigte sich wieder ein typisch Reeser Phänomen: Die Ergebnisse von Wahlen für den Rat werden teilweise bei Bundes- und Landtagswahlen komplett auf den Kopf gestellt.
Wahlsieger: Grüne
Als große Wahlsieger fühlten sich die Grünen. Partei-Chefin Margret Derksen hatte bereits um kurz vor 19 Uhr ein breites Grinsen im Gesicht. "Wir haben landesweit wunderbar zugelegt, und auch unsere Ergebnisse in Rees können sich sehen lassen", sagte sie. "Wir sind zufrieden", meinte auch SPD-Fraktions-Chef Peter Friedmann. "Schade finde ich nur, dass die Linken reingekommen sind. Denn eine rot-grüne Landesregierung wäre mein Wunsch gewesen." Sehr erfreulich fand er das Abschneiden von Bodo Wißen. "Er hat hier bei uns für einen echten Heimvorteil gesorgt", sagte Friedmann. Beinahe hätte Wißen es sogar geschafft, in Rees mehr Stimmen als Manfred Palmen (CDU) zu holen.
CDU-Fraktions-Chef Dieter Karczewski wünschte sich eine große Koalition. "Dann hätte man 70 Prozent der Wähler hinter sich." Bürgermeister Christoph Gerwers (CDU) hätte Schwarz-Gelb gerne behalten. "Aber wir als Kommune müssen mit jeder Landesregierung umgehen können. Es wurde ja versprochen, den Kommunen zu helfen. Ich hoffe jetzt, dass die Zusagen auch für die ländliche Region gelten."
"Griechenland und Afghanistan waren die Themen, die mit den Ausschlag gegeben haben", meinte FDP-Chef Matthias Döveling. Die Liberalen sollten jetzt in die Opposition gehen und nicht um jeden Preis eine Koalition suchen.
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