Rees: Buskarten: das Wirrwarr wächst
VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 25.01.2012Rees (RP). Rund um die Schulbuskarte wird es immer kurioser: In Rees gibt es die Azubi-Buskarte. Die ist für die Schüler kostenlos. Wer allerdings eine Bocholter Schule besucht, muss für die gleiche Leistung zwölf Euro zahlen – auch wenn er aus Rees kommt.
Das Schokoticket ist in Rees erst einmal vom Tisch, wird bald aber wohl doch wieder auf der Speisekarte auftauchen. So stellt sich derzeit die Situation rund um das umstrittene Busticket da. Wie erwartet hat der Schulausschuss gestern den Weg für die kommende Marschrichtung der Stadt freigemacht. Danach werden die Fahrschüler ab Februar nicht das Schokoticket, sondern das Azubi-Abo erhalten.
Vorteil für Eltern ist, dass es diese Karte weiterhin kostenfrei gibt, weil die Stadt die Mehrkosten übernimmt. Die Frage ist allerdings, wie es ab dem 1. August weitergeht. Denn momentan sieht es danach aus, dass die Verkehrsverbünde dann das Azubi-Abo auslaufen lassen wollen. Kritik übte nur Birgitt Höhn von den Grünen. Sie befürchtet zu hohe Kosten für die Stadt, wenn diese beim Azubi-Abo die Mehrkosten übernimmt. Ludger Beltermann vom Schulverwaltungsamt erläuterte, dass die Mehrkosten 20 000 Euro betrügen. Diese Summe könne laut Kämmerer im Haushalt gestemmt werden.
Stichtag 1. Februar
Fest steht bereits, dass die Fahr-Schüler in Rees bald eine neue Fahrkarte bekommen.
Geregelt wird das über die einzelnen Schulen, die genauen Details dazu sind aber offenbar noch nicht geklärt.
Offiziell verlieren die Schülerjahreskarten zwar ihre Gültigkeit, sie werden aber bis zur Ausgabe der neuen "Azubi-Abos" als Fahrausweis anerkannt, das hat die Niag zugesagt.
Interessant ist, dass Rees längst nicht mehr die einzige Kommune ist, die sich gegen das Schokoticket wehrt. In Kalkar fand jetzt eine Demo statt, in Hamminkeln protestierten Eltern direkt beim Verkehrsminister.
In Bocholt wird jetzt eine Alternative zum Schokoticket eingeführt. Hier bekommen die Schüler das Azubi-Ticket. Unterschied zu Rees ist allerdings, dass die Eltern in Bocholt trotzdem den Anteil von 12 Euro zahlen müssen, der auch für das Schokoticket fällig wäre. Stellt sich die Frage, warum die Stadt dann überhaupt eine Alternative einführt: "Wir wollen jetzt erst einmal Zeit für weitere Beratungen gewinnen, daher haben wir als Übergang das Azubi-Ticket eingeführt", erläutert Bocholts Beigeordneter Thomas Waschki.
Im Frühjahr wollen Verwaltung und Politik nach einer langfristigen Alternative für das Schokoticket suchen. Dass die Eltern bereits jetzt zahlen müssen, sei unvermeidbar. "Wir haben viele auswärtige Schüler aus Hamminkeln, Wesel oder Rees, für diese hätten wir 30 000 Euro zahlen müssen", sagt der Beigeordnete. Die Stadt könne da nicht einfach den Eigenanteil übernehmen. Dadurch gibt es jetzt für Reeser Schüler ab Februar die kuriose Situation, dass zwei Jugendliche die gleiche Buskarte bekommen. Der eine muss zahlen, weil er in Bocholt zur Schule geht, der andere kriegt die Karte gratis, weil er das Schulzentrum in Rees besucht.
Auch das eine Regelung, die im aktuellen Wirrwarr um das Busticket sicher für Unmut sorgen wird.
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