Haldern: Depot: Aus den Fehlern lernen
VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 24.05.2007Haldern (RPO). Ein Jahr lang wartete das Bundesamt für Immobilien beim Halderner Depot vergeblich auf sein Geld. Dann kaufte ein anderer Interessent das Gelände. Der legt Wert darauf, dass er keine Verbindung zum Vorbesitzer hat.
Schon früh hatten sich viele über das Procedere bei der Vermarktung des Depots gewundert. Die Vorbesitzer aus Bocholt hatten bereits Stahlmatten aus den Bunkern entfernt, den Kaufpreis aber nie bezahlt. Auch sollen die früheren Investoren geduldet haben, dass ein Getränkehändler hier mehr als 10 000 Kisten mit Plastikflaschen lagern durfte obwohl das rein rechtlich gar nicht erlaubt gewesen wäre. Für Außenstehende unglaublich: Ein Jahr hatten die Interessenten aus Bocholt Zeit, den Kaufpreis zu bezahlen. Mit dieser Vereinbarung war das Bundesamt für Immobilien ein echtes Risiko eingegangen. „Grundsätzlich machen wir das eigentlich nicht und haben den Grundsatz ,Geld gegen Objekt’. Hier gab es eine besondere Situation, weil das Depot schwer zu vermarkten war“, sagte gestern ein Sprecher der Bundesbehörde. Aus der Sache in Haldern habe man gelernt, künftig vorsichtiger zu sein.
Neue Mitte Kleve
Die niederländische Vink-Gruppe ist ein Familienbetrieb mit mehr als 100-jähriger Firmengeschichte. Das Unternehmen hat als Tiefbaufirma angefangen und ist heute ein Mischkonzern, der auch im Bereich Transport oder Abfallwirtschaft aktiv ist.
Inzwischen sind die Niederländer auch in Deutschland aktiv etwa beim ehemaligen C & A Gebäude in Bocholt. Ende des Monats kauft man die Neue Mitte Kleve.
„So wird das Bundesvermögensamt wohl nie wieder vorgehen“, vermutet Freddy Heinzel, der die Firma Vink vertritt, die, wie berichtet, neuer Eigentümer des Depots ist. Heinzel ist vor allem wichtig, darauf hinzuweisen, dass es keinerlei geschäftliche Verbindung zwischen den Niederländern und den Vorbesitzern aus Bocholt gibt. Das sei von Seiten der Investoren aus Bocholt behauptet worden.
„Sie hätten gerne mit Herrn Vink zusammengearbeitet und haben ihn auch auf das Depot aufmerksam gemacht“, erläutert Heinzel. Vink habe sich daraufhin lediglich mit den Bocholtern einmal das Gelände angesehen. Danach habe für ihn festgestanden: Ein Reitpark ist dort unrealistisch. Daher habe es nie Interesse an diesem Projekt und auch nie eine Zusammenarbeit gegeben. Im Grunde hätten die Bocholter die niederländische Firma lediglich auf das Depot aufmerksam gemacht. Als sich dann die Probleme mit der Zahlung der Kaufpreises in Bocholt herauskristallisierten, habe Vink die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und das Depot erworben, das für die Zwecke der Niederländer ideal sei.
„Wir wollen das Depot auch weiter als Depot nutzen“, sagt Heinzel. Großmaschinen sollen hier gelagert, repariert und verkauft werden. Zum gleichen Zweck will die Firma Steffens, die mit Schiffsmotoren handelt, Teile des Geländes nutzen. Eine Zusammenarbeit mit der Futtermittelfirma Thesing aus Haffen kam dagegen erst einmal nicht zustande.
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