Emmerich: „Diana“: Schock-Nachricht
VON LUTZ KÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 16.11.2007Emmerich (RPO). In einer Woche sollte die Vorpremiere im Stadttheater sein. Doch gestern der Schock: Der Produzent hat die Darsteller des Musicals „Prinzessin Diana“ nach Hause geschickt. Rechnungen bei Hoteliers sind noch offen.
„Genau das habe ich befürchtet.“ Helmut te Laak, Vermieter von zwei Ferienwohnungen am Großen Wall, ist fassungslos, als er gestern Morgen die Nachricht hörte, dass die Musical-Produktion in Emmerich gestoppt worden ist. Für zwei Wochen fehlt ihm noch die Miete. „Am Mittwoch Abend habe ich noch ein Fax an den Produzenten geschickt und ihn aufgefordert, das Geld zu überweisen“, sagt te Laak. Darin habe er gedroht, dass ansonsten die Ensemble-Mitglieder heute alle aus den Wohnungen müssten. Immerhin: 1400 Euro hat der Emmericher an Miete bekommen. Zwei Wochenzahlungen aber stehen noch aus.
Stadt ohne Schaden
Die Stadt hat ihr Geld für die Vermietung des Stadttheaters erhalten. Das erklärte gestern Kultur-Chef Ludger Heyming. Zur Höhe der Miete wollte er sich nicht äußern.
Es habe keine Anzeichen für Geldprobleme gegeben: Sonst hätte er die Hoteliers unterrichtet.
Immer wieder abgeblitzt
Noch schlimmer hat es Barbara Gramsch getroffen. Sie ist für die Fremdenzimmer im St. Martinus-Stift Elten zuständig. „Knapp 3000 Euro sind offen“, sagt sie und bestätigt, dass eine erste Rechnung bezahlt worden sei, eine zweite aber nicht. Mehrfach habe sie versucht, die Produktionsfirma anzurufen, sei aber immer wieder abgeblitzt.
Glück im Unglück dagegen bei Theo Wanders. Der Betreiber des gleichnamigen Hotels am Eltener Markt bleibt wohl „nur“ auf 400 Euro sitzen. In der Anfangsphase der Proben, als das Ensemble gecastet wurde, seien bei ihm Künstler einquartiert gewesen. „Danach wurden sie offensichtlich im Waldhotel zusammengezogen, damit sie mehr unter sich sein können“, vermutet der Hotelier und Koch.
Pikant: Erst am Mittwochabend sei er noch im Stadttheater gewesen, wo er sich von den Proben sehr angetan zeigte. Doch seine Rechnung wollte niemand vom Team annehmen. Erst der Garderoben-Chef gab schließlich nach.
Auch Daniel Maiß wartet noch auf circa 1000 Euro. 40 bis 50 Essen hatte das Ensemble pro Tag in seiner PAN-Gastronomie verputzt. Die Zahlungen für die laufende Woche stehen noch aus. Dazu kommen Lieferungen von belegten Brötchen in die Europa-Hauptschule und ins Schlösschen Borghees, wohin die Produktion auswich, wenn das Stadttheater beispielsweise wegen Gastspielen besetzt war. Am schlimmsten trifft es aber wohl Fred Grishaver: Nach Informationen der Rheinischen Post hat der Betreiber des Waldhotels Hochelten zwar eine Summe für die ersten zwei Wochen erhalten. Doch circa 9000 Euro für 15 Ensemble-Mitglieder – darunter auch der Star des Musicals, die Schauspielerin Doris Kunstmann – sollen noch ausstehen.
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