Emmerich: Ein Blick in die Zukunft
VON VOLKER HIMMELBERG - zuletzt aktualisiert: 27.01.2007Emmerich (RPO). Der aus Emmerich stammende Wissenschaftler Professor Stefan Altmeyer hat eine Technik entwickelt, die großflächige Projektionen ermöglicht. Künstler Rainer Junghanns nutzt sie für seine neue Ausstellung.
emmerich / solingen Alle Wege führen nach Emmerich. Zumindest, wenn es darum geht, dass eine hochmoderne Erfindung demnächst ihre künstlerische Premiere feiert. Der Reihe nach: Der Wissenschaftler Stefan Altmeyer, Professor für optische Technologie an der Fachhochschule Köln, stammt aus Emmerich. Der 40-jährige Diplom-Physiker und Ingenieur entwickelt kontinuierlich eine Technik weiter, deren Prototyp von seinem Vorgänger, Professor Gutjahr, stammt: das so genannte „HoloPro“.
Einfach gesagt handelt es sich dabei um Glasscheiben, in die ein unsichtbares Hologramm eingearbeitet ist. Auf diese Weise entstehen transparente Projektionsflächen, auf denen sich auf brillante Weise Bilder und Filme darstellen lassen – auch bei ganz normalem Tageslicht. „Diese Technik hat mich sehr fasziniert. Deshalb habe ich Stefan gefragt, ob er sich vorstellen könne, mit einem Künstler zusammenzuarbeiten“, sagt Raimund Müller, Kuratoriumsmitglied der Emmericher PAN-Stiftung.
Altmeyer hält Vortrag
Im Rahmen der Ausstellung „New Places“ findet am Donnerstag, 8. März, ab 19.30 Uhr im Solinger Museum Baden, Wuppertaler Straße 160, ein Vortragsabend statt.
Professor Stefan Altmeyer und der Kölner Kunsthistoriker und Autor Jürgen Raap werden zum Thema „Die Mitte der Wahrnehmung“ sprechen.
Premiere im Museum Baden
Gesagt, getan: Müller, der mit dem Wissenschaftler seit vielen Jahren befreundet ist, lud ihn im vergangenen Herbst zur Ausstellung „Global Move“ des Düsseldorfer Multimedia-Künstlers Rainer Junghanns ins PAN Kunstforum ein. Stefan Altmeyer war von den Werken beeindruckt, Junghanns zeigte sich fasziniert von den Möglichkeiten, die „HoloPro“ bietet. Und schnell wurde die Premiere in die Wege geleitet, die am Sonntag, 4. Februar, im Museum Baden in Solingen gefeiert wird. Denn dann wird das „HighTech“-Produkt aus Köln, das bereits viele internationale Unternehmen in erster Linie für Werbezwecke nutzen, erstmals für die Kunst eingesetzt.
Rainer Junghanns wird mit Hilfe von „HoloPro“ zwei Video-Installationen präsentieren, die zur Serie „New Places“ gehören. Der Künstler zeigt in Solingen unter diesem Titel eine Reihe von Fotografien und Videos, die 2005 während eines längeren Aufenthaltes in den südafrikanischen Townships entstanden sind. Junghanns hatte dort eine Reihe einheimischer Jugendlicher interviewt und gefilmt, die in beengten Verhältnissen ihre Visionen von einer Architektur der Zukunft verkündeten.
Für den Künstler schließt sich jetzt ein Kreis: „Ich bin mir sicher, dass die ,HoloPro’-Technik für die Architektur noch große Bedeutung erlangen wird, da man sie auch draußen einsetzen kann. Ich nutze sie jetzt für eine Arbeit, die sich mit visionären Prozessen beschäftigt. ,HoloPro’ bedeutet Freiheit, da man unabhängig von räumlichen Bedingungen ist.“
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