Emmerich: Ein brandheißes Jubiläum
VON MONIKA HARTJES - zuletzt aktualisiert: 06.05.2009Emmerich (RPO). Ein Brand war Auslöser für die Gründung des Löschzugs Hüthum-Borghees vor 100 Jahren. Der runde Geburtstag wird am Wochenende 16./17. Mai mit großem Programm gefeiert.
Ein großes Feuerwehrauto aus rotlackierten Strohballen an der Eltener Straße kündigt es an: Bei der Feuerwehr gibt es was zu feiern. Der Löschzug Hüthum-Borghees wird 100 Jahre alt. "Wir haben für den 16. und 17. Mai ein buntes Programm zusammengestellt und laden die Bevölkerung ein, mit uns zu feiern", sagt Löschzugführer Marco Kapelle, der mit Stellvertreter Heiner Wardemann und dem Schriftführer Rüdiger Geerlings das Festprogramm vorstellte.
Der Löschzug blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Nach einem Brand auf dem Wardemannshof 1907 kamen Bürger zusammen, um sich über die Missstände in der Feuerbekämpfung zu unterhalten. Man beschloss, eine Feuerwehr zu gründen. Theodor Hansen wurde der erste Brandmeister, bis 1910 blieb die Ausrüstung dürftig, dann konnte endlich eine Handdruckspritze eingeweiht werden. 16 Jahre später, als nach Ende des Ersten Weltkrieges die "normale" Arbeit wieder aufgenommen wurde, schaffte die Hüthumer Wehr sich auch eine Motorspritze an.
Festschrift
Die Feuerwehr Hüthum-Borghees hat eine Festschrift erstellt. Das 70-seitige Buch mit vielen Fotos und Niederschriften wird in Hochglanz in einer Auflage von 400 Stück gedruckt.
Für fünf Euro ist es während des Festes und danach bei den Mitgliedern der Feuerwehr zu erwerben.
Neuanfang nach dem Krieg
42 Wehrmänner sorgten zur damaligen Zeit für die Brandbekämpfung. Schwerstarbeit leistete die Wehr nach dem Bombenangriff der Alliierten auf Emmerich am 7. Oktober 1944. Nach dem Krieg wurde die Feuerwehr Hüthum-Borghees am 29. Juli 1945 durch Oberbrandmeister Alfons Sluyter neu gegründet mit 21 Kameraden. Acht Jahre später gab es ein dringend benötigtes neues Löschfahrzeug.
Am 16. September 1967 konnte die Feuerwehr in ein neues Gerätehaus mit zwei Einliegerwohnungen auf dem Eyland umziehen. Erster Hausherr war Oberbrandmeister Theodor Vennemenn. Unzählige Einsätze hat die Wehr seitdem absolviert. Die Mitglieder opfern viel Freizeit, auch um sich immer wieder aus- und fortzubilden. Zurzeit gibt es 32 aktive Kameraden und elf in der Alters- und Ehrenabteilung.
Das Festprogramm zum 100-jährigen Bestehen beginnt am Samstag um 17 Uhr mit einer Messe in der St. Georg-Kirche, danach geht es im Zelt auf der Wiese an der Eltener Straße mit einem Festakt weiter. Gegen 21.30 Uhr startet ein öffentlicher Tanzabend. Am Sonntag ist Familientag. Neben einer Fahrzeugschau mit neuen, historischen und außergewöhnlichen Feuerwehrfahrzeugen wird in einem "Brandschutzdorf" über richtiges Verhalten bei Feuer aufgeklärt, Vorführungen, etwa eine Fettexplosion und eine Löschübung der Jungfeuerwehr, zeigen die Praxis. "Elf Zylinder" und der Musikverein Hüthum sorgen für die musikalische Unterhaltung. Für Essen und Trinken ist ebenfalls gesorgt.
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