Emmerich: Ein fast normales Leben
VON MARKUS BALSER - zuletzt aktualisiert: 16.11.2007Emmerich (RPO). Vor einem Jahr berichtete die RP über Dominik Steiner. Der Junge aus Mehr hatte den Krebs besiegt. Als Spätfolge mussten ihm jedoch Lunge und Herz transplantiert werden. Im Januar kann er wieder die Schule besuchen.
„Eigentlich geht es mir ziemlich gut“, sagt Dominik Steiner. Über den Jungen aus Mehr konnte man das nicht immer behaupten. Der heute 17-Jährige hat eine unglaubliche Leidensgeschichte hinter sich, die schon mit seiner Geburt begann.
Damals wurde bei dem Baby ein Tumor entdeckt, das Kind sofort behandelt. Zwei Jahre danach galt der Krebs als besiegt. Bis zu seinem neunten Lebensjahr konnte Dominik fast wie alle anderen Kinder ein normales Leben führen. Doch dann stellten die Ärzte schwere Schäden an Lunge und Herzen fest, vermutlich eine Spätfolge der Chemotherapie.
Große Anteilnahme
An dem Schicksal von Dominik Steiner hatten in Rees viele Menschen Anteil genommen.
Die Ortscaritas in Mehr unterstützte die Familie, der es finanziell nicht gut ging. Nach einem Spendenaufruf gab es eine Welle der Hilfsbereitschaft. Auch eine Spendenkonto wurde eingerichtet
Im vergangenen Jahr wurden ihm ein neues Herz und eine neue Lunge eines verstorbenen Mädchens eingepflanzt. Das rettete ihm das Leben. Doch hing er an einer Beatmungsmaschine und konnte zunächst nur mit einer Sprachkanüle sprechen.
Von der ziemlich schweren Operation, hat er sich mittlerweile erholt. „Die Ärzte sind mit meinen Fortschritten sehr zufrieden“, freut sich Dominik, auch wenn sich sein Zustand nur schrittweise bessert. Seit Mai ist er wieder zuhause, endlich nicht mehr im Hannoveraner Krankenhaus, wo er sich jedoch immer noch einmal im Monat untersuchen lassen muss. Genauso oft übrigens wie im Duisburger Herzzentrum. Zwölf Kilo hat er seit seiner Heimkehr schon zugenommen. Ein gutes Zeichen, finden seine Ärzte.
Drei Jahre keine Schule
Dominik muss täglich Tabletten nehmen und inhalieren, Luftwerte in den Lungen, Blutdruck und mögliches Fieber messen lassen. Und trotzdem gelingt es ihm langsam wieder ganz gut, das Leben eines normalen Jungen zu führen. Auf was er sich besonders freut: „Im nächsten Jahr kann ich endlich wieder auf die Schule gehen.“ Die hat er nämlich seit drei Jahren nicht mehr besuchen können. Ab Januar geht er auf die Reeser Realschule, in der auch seine zwölfjährige Schwester Saskia Schülerin ist. „Unterricht bekam ich bislang zuhause, aber das ist natürlich etwas anderes als in einer Klasse zu lernen“, sagt Dominik.
Wenn alles gut läuft, wird ihn bald nicht mehr viel von anderen Jugendlichen unterscheiden. Er mag Fantasy-Romane und Video-Spiele, hört gerne die Gruppe „Rosenstolz“ und „Rihanna“ und spielt Keyboard. Und selbst, wenn man es kaum glauben mag: Auch Sport darf er machen. „Die Ärzte wollen das sogar, weil es gut für meine Lungen ist“, weiß Dominik.
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