Emmerich: Ein ganz großer Musik-Kurzfilm
VON VOLKER HIMMELBERG - zuletzt aktualisiert: 18.04.2009Emmerich (RPO). Der Emmericher Audio-Ingenieur Daniel Reichow, der Bielefelder Musiker Rainer Bärensprung und der Berliner Filmemacher Thomas Schmidt machen sich mit "Verlernt zu lieben" berechtigte Hoffnungen, bei den Oberhausener Kurzfilmtagen einen renommierten Preis zu gewinnen.
Abstimmung im Netz
Die zwölf Clips, die für den Musikvideo-Preis "MuVi" nominiert worden sind, können bis 1. Mai unter den Adressen www.muvipreis.de und www.kurzfilmtage.de angeschaut werden.
Der Emmericher Daniel Reichow und Rainer Bärensprung freuen sich über jede Stimme, die für "Verlernt zu lieben" abgegeben wird.
Das Leben könnte so schön sein. Jedenfalls hüpft das Männchen zunächst fröhlich aus der Kiste. Doch schon bald kommt's knüppeldick. Lehrer, die vermeintliches Wissen mit Spritzen in den Kopf injizieren, die Erwachsenenwelt, in der nur noch das Bankkonto zählt – das kann's doch nicht sein. Da verschwindet das Männchen am Ende doch wieder lieber in der Kiste, aus der es einst entsprungen ist. So lautet die Kurzform der traurigen Parabel auf das menschliche Dasein im 21. Jahrhundert, mit der sich ein Trio anschickt, demnächst bei den 55. Oberhausener Kurzfilmtagen (30. April bis 5. Mai) für Aufsehen zu sorgen. Der Emmericher Audio-Ingenieur und Schlagzeuger Daniel Reichow und der Bielefelder Musiker Rainer Bärensprung bilden das Duo "Bärensprung", die das Stück "Verlernt zu lieben" im Vrasselter Tonstudio "Toneform" aufgenommen haben.
Im Stil von "Monty Python"
Den entsprechenden Kurzfilm dazu, der für den deutschen Musikvideo-Preis "MuVi" nominiert worden ist, der im Rahmen der Kurzfilmtage vergeben wird, hat der Berliner Videokünstler Thomas Schmidt im Stil der berühmten britischen "Monty Python"-Reihe gedreht. "Vor einiger Zeit hatte ich ihm unser Stück geschickt. Thomas hat es sich beim Joggen immer wieder angehört und dabei sehr gute Ideen für einen Film bekommen", sagt Rainer Bärensprung, der im Video die Hauptrolle des gequälten Männchens hat."
"Verlernt zu lieben" und die übrigen elf Filme, die für den renommierten Preis, der seit zehn Jahren vergeben wird, nominiert wurden, können zurzeit schon im Internet als so genannte "Streamings" angeschaut werden. Dabei entscheiden die Nutzer ganz basisdemokratisch über den Publikumspreis. Das Prinzip ist einfach: Wer bis einschließlich 1. Mai die meisten "Clicks" der Zustimmung erhalten hat, ist der Gewinner.
Darüberhinaus machen sich Daniel Reichow, Rainer Bärensprung und Thomas Schmidt berechtigte Hoffnungen auf den eigentlichen Festivalpreis, der in Oberhausen von einer fünfköpfigen Experten-Jury vergeben wird. Denn das Video mit der eingängigen Musik, die das Gefühl des Gehetztseins unterstreicht, verdient unumstritten das Prädikat "künstlerisch wertvoll".
Der 28-jährige Reichow und der 42-jährige Bärensprung, dessen sonore Stimme auch in vielen Hörbüchern und Werbespots ("beispielsweise "Warsteiner" oder "Persil") zu hören ist, planen noch weitere künstlerische Projekte. So wird voraussichtlich noch in diesem Jahr eine gemeinsame CD erscheinen – selbstverständlich mit der "Hitsingle" "Verlernt zu lieben".
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