Emmerich: Ein Weihnachtslied kennt wohl jeder
VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 23.12.2006Emmerich (RPO). An keinem Tag im Jahr wird so viel gesungen. An keinem Tag im Jahr sind die Kirchen voller. Kein Wunder also, dass der Heilige Abend für jeden Kirchenchor eine besondere Herausforderung ist. Denn selten hat man ein so großen und vor allem anspruchsvolles Publikum. Denn gerade am Heiligen Abend in der feierlichen Christmette ist das ganz besondere Weihnachts-Stimmungsgefühl gefragt, zu dem dann vor allem die Musik und die Lieder beitragen. Das weiß auch Kantor Klaus Lohmann. „Am Heiligen Abend gibt es einfach ein bestimmtes Repertoire, eine bestimmte Auswahl von Liedern, die die Gottesdienstbesucher erwarten.“ Weihnachts-Evergreens sozusagen. „Stille Nacht gehört dazu“ oder „Oh, du fröhliche“, und natürlich werden diese beiden Lieder auch von den Kirchenchören in Rees und Haffen-Mehr gesungen, die von Lohmann geleitet werden.
Für den Kantor bedeutet der Heilige Abend nicht nur Besinnlichkeit, sondern auch Stress und einen logistischen Spagat. Denn er muss beide Chöre am Heiligen Abend leiten. Einstudiert hat Klaus Lohmann eine Mischung aus Liedern zum Zuhören und Mitsingen. Das „Transeamus“ ist dabei oder das Lied „Engel haben Himmelslieder“.
Bei der Auswahl lässt Pastor Michael Wolf dem Kantor freie Hand, und Klaus Lohmann verlässt sich auf seine jahrelange Erfahrung, um den Geschmack der Gemeinde zu treffen und gleichzeitig den Chor weder zu über- noch zu unterfordern. Nachdem es am Heiligen Abend vor allem getragen und volkstümlich zugeht, darf es am Ersten Weihnachtstag auch etwas moderner sein. Dann singt in St. Mariä Himmelfahrt der Junge Chor und hat auch englische Stücke im Programm wie den Song „Angels’ Carol“. Schließlich wird der Gottesdienst dann als Familienmesse gestaltet. Am Zweiten Weihnachtstag wird es dann klassisch. Mit dem Reeser Kirchenchor hat Klaus Lohmann die Pastoralmesse von Mozart einstudiert. Ein stimmungsvoller Abschluss der Feiertagsgottesdienste.
Bescherung mit Musik
Hat man nach so viel Weihnachtsmusik nicht irgendwann genug von diesen Liedern? Lohmann schüttelt den Kopf. „Auf keinen Fall. Ich höre mir auch die ,alten‘ Weihnachtslieder immer wieder gerne an. Das gehört für mich zu einem gelungenen Weihnachtsfest einfach dazu.“ Daher wird bei Familie Lohmann dann auch am Heiligen Abend daheim am Weihnachtsbaum gesungen.
„Das verlangen auch meine Kinder, sie wollen die Feier ganz traditionell mit Weihnachtsevangelium und eben auch gemeinsamem Singen.“ Die Lieder werden ganz spontan ausgesucht und gemeinsam angestimmt, bevor es die Bescherung gibt.
Und nach einem Lieblingsweihnachtslied gefragt, muss Klaus Lohmann kurz überlegen. „Ich denke ,Oh, du fröhliche’ und ,Stille Nacht’ gehören sicher dazu. Auch wenn man die schon tausendmal gehört und gesungen hat.“
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