Emmerich: Elten vor dem Chaos
VON LUTZ KÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 17.03.2009Emmerich (RPO). Elten befüchtet den Verkehrskollaps, wenn der Römerpark Lobith ab 2010 realisiert wird. Deshalb formuliert die Verwaltung jetzt ihre Einwände gegen noch mehr Autos in Elten. Und hofft darauf, ernst genommen zu werden.
Am 25. März läuft die Frist ab. Bis dahin muss die Stadt Emmerich im laufenden Genehmigungsverfahren Einwände gegen die Errichtung des Natur- und Freizeitparkes "Carvium novum" schriftlich formulieren. Wobei es gar nicht um das 650 000-Quadratmeter-Projekt an sich geht. Sondern aus Eltener/Emmericher Sicht nur um den zusätzlichen Verkehr, den ein solcher Römerpark, der den Tourismus weiter ankurbelt, mit sich bringen würde. "Mehr Autos in Elten – das ist einfach nicht möglich", sagt dazu Dr. Stefan Wachs. Der Erste Beigeordnete ist derzeit mit dem Verfassen der Bedenken von Politik und Verwaltung befasst. Das Schriftstück wird in den nächsten Tagen in Rijnwaarden ankommen.
Gegenleistung
Damit das Kiesunternehmen Wezendonk aus Pannerden die Genehmigung von der Gemeinde Rijnwaarden zur Abgrabung bekam, musste sie sich zu einer Gegenleistung verpflichten.
Diese besteht in dem Freizeitpark "Carvium novum", für das das Unternehmen zwei Millionen Euro investiert. So sollen die landschaftlichen Auswirkungen des Abbaus in Grenzen gehalten werden.
Eltens Ortsvorsteher Albert Jansen und CDU-Vorsitzender Werner Spiegelhoff hatten bereits am vorletzten Wochenende ihre Bedenken bei einer Info-Veranstaltung in Lobith formuliert. Bis zu 120 000 Gäste in 30 Wochen Öffnungszeit pro Jahr, an Spitzentagen bis zu 600 Gäste, die fast alle über die Autobahn kommen werden und durch Elten fahren, weil das der kürzeste Weg ist – dieses Horrorszenario droht dem Grenzort. Denn ab 2010 soll mit der Auskiesung des Geländes begonnen werden, die fünf Jahre dauern wird. Gleichzeitig wird auch der Römerpark Stück für Stück in Angriff genommen. 2012 könnte schon Eröffnung sein.
Was auch Dr. Stefan Wachs weiß. Auf Grund des guten Verhältnisses zum Nachbarort hofft er darauf, dass die Niederländer die Bedenken Emmerichs ernst nehmen. Das hatten sie vor einigen Jahren ebenfalls getan, als das Projekt noch mit über 400 000 Gästen pro Jahr geplant war. Und unter anderem auch wegen der Sorgen der Eltener verkleinert worden ist, wie Hans Boss mitteilt. Der Pressesprecher von Rijnwaarden gibt aber auch zu, dass der Gemeinde selbst das Projekt zu groß dimensioniert war.
"Wir nehmen die Bedenken im Sachen Verkehr sehr ernst", sagt Boss mit Blickrichtung Emmerich. Gleichzeitig hält er, ähnlich wie "sein" Bürgermeister und dessen Beigeordnete, die von den Niederländern prognostizierten vier bis sieben Prozent mehr Verkehr auf dem Eltese Weg, wie die Lobither Straße auf NL-Seite heißt, für verträglich. Was wahrscheinlich auch die Eltener so sehen würden, wenn man nur diese Zubringer-Straße zum Park sieht. Da der Mehr-Verkehr aber noch durch die sowieso oft verstopften Klosterstraße/Schmidtstraße führen würde, ehe er an der Autobahn ankommt, wäre der Verkehrskollaps programmiert.
Entlastung würde laut Boss ein neuer A 3-Anschluss in Zevenaar, der wegen eines Industriegebietes geplant ist, bringen. Dort könnten die niederländischen Besucher abfahren. Doch dessen Realisierung werde noch ein paar Jahre dauern.
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