Emmerich: Emmerich – ein Hingucker
VON L. KÜPPERS, CHR. HAGEMANN UND ANDREAS ENDERMANN (FOTOS) - zuletzt aktualisiert: 02.06.2008Emmerich (RPO). Ausnahmezustand beim Promenadenfest: Durch die Innenstadt drängen am Sonntag wahre Menschenmassen. Der Rheinpark ist am Samstag mit tausenden Musikfreunden rappelvoll. Mit einem Festakt hatte der Reigen zum Stadtjubiläum am Morgen begonnen.
Am Freitag feierten die Emmericher und ihre Schützen im gut gefüllten Rheinpark noch mehr oder weniger unter sich. Doch am Samstag kam dann die Invasion der Musikfreunde. Beim „WDR 4-Schlager-Express“ platzte die lauschige Fläche fast aus allen Nähten. „Von der Bühne aus waren nur Menschenköpfe zu sehen – bis hinten der Rhein kam“, war Bürgermeister Johannes Diks auch gestern noch sehr angetan von der Veranstaltung, die einige tausend Besucher lockte. Und die Glück mit dem Wetter hatten: „Wir haben lediglich fünf Minuten unserer vierstündigen Live-Übertragung am Ende gekürzt, weil es zu gefährlich wurde“, so der zuständige Redakteur Reinhard Kröhnert mit Blick auf Regen und Blitze.
Dafür bekamen die Musik-Fans zuvor aber ein wahres Feuerwerk guten Schlagers geboten. Ricky King spielte auf seiner E-Gitarre, Willy Astor gab Hits wie „Hallo, guten Morgen Deutschland“ zum Besten. Publikumsliebling Patrick Lindner gestand unter großem Jubel, dass seine Gefühle textmäßig schon mal Achterbahn fahren und besang „Bella Italia“. Heimlicher Star war an diesem Abend aber wohl Mary Roos, die ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum feierte und so manche Überraschung erleben durfte. So brachten ihr Cindy Berger („Cindy & Bert“), Ricky King, Andreas Zaron und Leonard ein Ständchen („Rücksicht“). Und der 81-jährige Willi Hagara („Mandolinen und Mondschein“), mit dem sie als 9-jährige Göre in Bingen ihren ersten Auftritt hatte, erschien ebenfalls auf der Emmericher Bühne. Überraschung geglückt.
Getragen ging es dagegen am Samstag morgen in der Martini-Kirche zu. Beim offiziellen Festakt zur Stadterheben, der mit einem ökumenischen Gottesdienst begangen wurde, spielte das Sinfonieorchester Vác aus Ungarn, die Chorgemeinschaft St. Martini/St. Aldegundis sang. Die musikalische Leitung hatte Stefan Burs. In der Kirche waren 300 geladene Gäste.
Die Historikerin Dr. Ulrike Spengler-Reffgen fasste in ihrer Festansprache die Geschichte der Stadt Emmerich zusammen und erinnerte daran, dass die Emmericher im Laufe ihrer Geschichte immer gezeigt hätten, dass sie ein aufmüpfiges Völkchen sind. Nach dem Gottesdienst feuerte die Stadtgarde unterhalb der Martinikirche ihre Kanone ab. Bange Sekunden vergingen, ehe die Lunte tatsächlich zündete. Als es passierte, applaudierten die Zuschauer begeistert.
Bürgermeister Johannes Diks begrüßte im Anschluss die Gäste beim Empfang der Stadt Emmerich auf der „Rheinkönigin“. Er sagte: „Emmerich ist nicht die älteste Stadt am Niederrhein, wohl aber eine der interessantesten und vielseitigsten. Und wenn wir uns noch etwas anstrengen, auch eine der schönsten.“
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