Rees: Falscher Doktor wirft Fragen auf
zuletzt aktualisiert: 05.12.2009Rees (RPO). Hätte der Schwindel im Lebenslauf bei der Einstellung auffallen müssen? Das ist die Frage, die sich nach dem Fall des mutmaßlichen Hochstaplers aus der Klinik Horizont stellt. Wie berichtet, ist der ehemalige Therapeutische Leiter fristlos entlassen worden, nachdem bei Ermittlungen der Polizei aufgefallen war, dass er weder Psychologe, noch Therapeut und erst recht kein Doktor ist.
Beim Einstellungsverfahren habe man ausdrücklich nach Vorstrafen gefragt, heißt es. Der Mann habe jedoch angegeben, nicht vorbestraft zu sein. Gerade das hatte sich im Nachhinein als Lüge herausgestellt. Denn er hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe wegen eines Drogendelikts verbüßt. Pikant bei einem Therapeuten in einer Klinik für Suchtkranke. "Sein Lebenslauf erschien lückenlos und überzeugend, so dass es keinen Anlass gab, die Angaben in Frage zu stellen", so Heinrich Schnieders, Geschäftsführer der ProHomine GmbH, zu der auch Horizont gehört. "Dem Mann gelang es, eine gute Beziehung zu den Patienten herzustellen. So konnte er über seine fehlende fachliche Qualifikation hinwegtäuschen."
Das "Fachwissen" für die Gesprächstherapie soll er sich bei eigenen Therapien erworben haben. Das will Schnieders allerdings nicht kommentieren.
Die große Frage ist, ob der Mann bereits vorher als falscher Therapeut gearbeitet hat. Bevor er nach Rees kam, soll der gelernte Goldschmied an einer Klinik in Bayern tätig gewesen sein. Dort will man gegenüber der RP allerdings keine Angaben machen. Genaueres wird dann sicher die Staatsanwaltschaft im Zuge des Verfahrens klären. Denn bei den Ermittlungen soll die Biographie des "Therapeuten" genau durchleuchtet werden.
"Ich bin Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut", schreibt der angebliche Doktor über sich selbst im Internet und gibt dort an, an der Maximilan Universität in München studiert zu haben. Promoviert hat er angeblich an der Universität in Erlangen. Dort ist man auf RP-Anfrage jetzt dabei nach seiner Doktorarbeit zu suchen. Vermutlich vergeblich.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



