Emmerich: Feuerwehr probt Ernstfall
VON LUTZ KÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 03.02.2009Emmerich (RPO). Ende April kommt der einzige Übungszug der Bahn nach Emmerich. Dann soll die Feuerwehr trainieren, wie sie undichte Kesselwagen mit Gefahrgut, die auf der Betuwe schon bald stark zunehmen, notdürftig repariert.
Auch wenn der Transport von Gefahrgut auf der Schiene nachweislich sicherer als auf der Straße ist: Die prognostizierten Zuwächse sind schon alarmierend. Bis 2015 rechnet die Bahn laut eigenen Unterlagen damit, dass die Zahl der Güterzüge von derzeit täglich 83 bis zum Jahr 2015 auf über 151 Züge zunimmt. Dass davon 30 Prozent Gefahrgut transportieren, hat die Bahn auf einer Info-Veranstaltung im Emmericher Stadttheater zugegeben. Mit anderen Worten: 2015 könnten circa 45 Züge mit brennbaren, explosiven, giftigen oder ätzenden Materialien durch Emmerich und Rees rollen. Tag für Tag.
Auch Rees bei Übung
Wenn Ende April der Übungszug der Bahn nach Emmerich kommt, werden 150 Feuerwehrleute üben.
Thomas Derksen hat neben den Emmericher Löschzügen auch die Kameraden aus Rees und 's-Heerenberg eingeladen.
Logisch, dass Emmerichs Stadtbrandinspektor Thomas Derksen froh ist, dass der einzige Gefahrgut-Übungszug der Deutschen Bahn zu Trainingszwecken nach Emmerich kommt. Und zwar am 28. und 29. April. Denn dann besteht sowohl für die Emmericher Löschzüge als auch für die Kameraden aus Rees und 's-Heerenberg die Möglichkeiten, an den drei Spezial-Waggons zu üben.
Besonders wichtig ist der dritte Wagen, ein sogenannter Kesselwagen mit Leckagen. Hier werden die Feuerwehrleute versuchen, undichte Stellen schnellstmöglich abzudichten, um so das Austreten von Gefahrgut zu verhindern. "In der Übung wird das Austreten mit Wasser simuliert", verrät Derksen. Insgesamt neun verschiedenartige Szenarien sollen so zum Schutz der Bevölkerung geprobt werden.
Neben der praktischen Übung stehen auch zwei Wagen des 40-Meter-Zuges für die Theorie zur Verfügung. In Wagen eins befindet sich ein Schulungsraum, in dem die Feuerwehrmänner alles über den Aufbau von Güterwagen oder Gefahrgut erfahren. Waggon zwei ist dann inklusive des Dachbereichs begehbar: Hier soll deutlich werden, wie die Kesselwagen überhaupt funktionieren und welche Systeme – beispielsweise zur Kühlung oder zum Abpumpen der Materialien – verwendet werden.
Thomas Derksen rechnet damit, dass an den beiden Tagen jeweils drei Gruppen à 25 Mann an der Übung teilnehmen. Macht 150 Feuerwehrleute insgesamt. "Wir sind froh, dass wir diese Möglichkeit bekommen", so der Stadtbrandinspektor, der sofort zugriff, als ihm das Notfall-Management der Bahn den Zug anbot. Denn normalerweise dauert es Jahre, bis die Wagen gebucht werden können. Doch die Betuwe macht's wohl möglich.
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