Emmerich: FSV: Weniger Belastung durch neuen Flugplatz
VON LUDGER DISTELKAMP - zuletzt aktualisiert: 19.05.2010 - 11:58Emmerich (RPO). Der Kampf um einen neuen Segelflughafen für den FSV Emmerich-Rees und den Aero Club Wissel (die RP berichtete mehrfach) geht weiter. Gestern erklärte Wissels Vorsitzender Gerd Plorin auf einer Pressekonferenz noch einmal, warum das ausgeguckte Gelände in Bylerward, direkt gegenüber der Emmericher Rheinpromenade, absolut geeignet sei.
Denn wenn in Bylerward ein Segelfluggelände eingerichtet werde, dann sei das sogar unterm Strich "ein Gewinn für die Landschaft". Denn die Plätze des Flugsportvereins Emmerich-Rees in den Rheinwiesen und des Aero Clubs Wissel in den Wisseler Dünen lägen im "höchstwertigen Naturschutzgebiet FFH".
Ein neues Gelände in Bylerward werde sogar von den Behörden nicht so hoch wie die anderen beiden Bahnen in den schutzwürdigen Gebieten eingestuft, so Plorin, der mit dem Flugsportverein Emmerich-Rees fusionieren will. Danach wollen die Clubs ihre Flächen aufgeben, wenn im Emmericher Eyland, auf der anderen Promenadenseite, Starts und Landungen erlaubt werden.
So geht es weiter
Der FSV Emmerich-Rees muss aus Naturschutzgründen bekanntlich ein neues Gelände suchen.
Der Kalkarer Bauausschuss berät morgen um 18 Uhr im Rathaus darüber, ob eine Änderung des Flächennutzungsplanes vorgenommen werden soll. Das ist Voraussetzung für den Segelflugplatz.
"Die Landschaft in Bylerward wird nicht zerstört. Wir wollen lediglich eine große Wiese nutzen", so Plorin. Eine 1250 Meter lange Grasbahn solle für die Flugzeuge bereitgestellt werden. Ein großes Fahrzeugaufkommen werde es nicht geben, lediglich Anliegerverkehr, erläuterte Michael Sensen, Geschäftsführer des Aero Clubs. Der Verein wolle Bänke für Radfahrer und Fußgänger anschaffen.
Belastungen der Tiere gebe es nicht. Wenn in Emmerich eine Maschine lande, blieben die Kühe auf der benachbarten Weide liegen, so Sensen. Die Auswirkungen auf Mensch, Natur und Tiere würden im Genehmigungsverfahren durch die Bezirksregierung "ausführlich geprüft", erklärte der Anwalt des Wisseler Aero Clubs, Joris Ernst. Dafür werde eine Umweltverträglichkeitsstudie erstellt.
"Wenn es unzumutbare Belastungen gibt, wird es durch die Bezirksregierung nicht die angestrebte ganzjährige Nutzung geben", so Ernst. "Kein Segelflieger kommt ohne Motorunterstützung in die Luft. Dafür ist eine Winde oder ein Begleitflugzeug notwendig", führte der Vorsitzendes des Aero Clubs aus.
Ein beschleunigendes Motorrad sei wesentlich lauter als ein beschleunigender Motorsegler. Ein Start mit Motorflugzeugen sei die Ausnahme. Wenn die Vereine sich zusammenschlössen, seien im Jahr etwa 2000 Segelflugstarts durch die Seilwinde zu erwarten, sagte Hein van de Sandt, Vize-Vorsitzender des Flugsportvereins Emmerich-Rees. Beide Vereine hätten 20 Flugzeuge, darunter vier mit Motor.
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