Rees: Geschafft: Weltrekord
VON SUSANNE LÖRMANN - zuletzt aktualisiert: 13.08.2007Rees (RPO). Die zweite Mannschaft von Fortuna Millingen hat ihren eigenen Rekord von vor zehn Jahren geknackt. 41 Stunden Fußball am Stück! Gestern um 14 Uhr war Anpfiff für die letzte Partie.
In mehreren Reihen säumten die Zuschauer das Spielfeld, als die Marathonmannschaft das letzte von 41 Spielen absolvierte. Torwart Karsten Kremer, der sich wie die anderen Spieler noch erstaunlich fit präsentierte, spielte in einer mit viel Beifall bedachten Aktion den gegnerischen Stürmer aus und verwandelte sogar noch einen Elfmeter.
„In der letzten halben Stunde hatte ich Gänsehaut“, sagte Klaus Kremer, der den Spielbetrieb der Fortuna betreut. Weil sie kämpften bis zum Schluss, konnten die Millinger das letzte Spiel gegen eine Mannschaft aus Troisdorf, die das Spiel bei Ebay ersteigert hatte, mit 4:3 Toren für sich entscheiden.
In der letzten Minute wurde es blau auf dem Feld, alle beteiligten Spieler liefen auf und erwarteten den Schlusspfiff. Die Gegner gratulierten zuerst, danach wurde nur noch gefeiert.
Das ist das Team
Sie haben gespielt: Dirk Angenendt, Ralf Angenendt, Stephan Becker, Alex Beekmann, Daniel Bergerfurth, Daniel Borkus, Jörn Derksen, Jürgen Eickhoff, Jörg Engler, Matthias Eul, Ingo Ewald, Thorsten Flanz, André Hartung-Tielkes, Marc Haves, Fabian Hüsken, Manuel Ingenhorst, Simon Ising, Karsten Kremer, Christian Kroes, Steffen Lukkezen, Udo Lensing, René Peters, Mathis Pollmann, Ralf Röpke, Marco Schmittkamp, Mirko Scholten, Michael Schuhmacher, Markus Schwinning, Frank Tielkes, Kai Uwe Timmermanns, Thomas Venhorst .
Hinter den Männern lagen 41 anstrengende Stunden. Seit Freitagabend waren sie auf dem Platz, spielten nachts im Drei-, tagsüber im Zwei-Stundenrhythmus. „Man hält das durch mit regelmäßigen Massagen, viel Bananen, viel Obst, viel Nudeln, viel Zucker“, meinte Simon Ising am Samstag und zeigte auf seine Cola.
Der Apotheker hatte Brausetabletten gestiftet, regelmäßig kam ein Arzt vorbei. Auch die Dusche half. „Geschickterweise gab es nur kaltes Wasser“, witzelte Michael Schumacher. „Ein ganz großes Dankeschön an die Masseure, die haben Schwerstarbeit geleistet“, lobte Karsten Kremer.
Wie er die Tortur durchgehalten hat, wusste er nicht. „Aber dieses Mal ist es mir schwerer gefallen als vor zehn Jahren.“ Damals fand der Fußballmarathon zum ersten Mal statt, fast die Hälfte der damaligen Spieler war diesmal wieder mit dabei. Doch auch die Jüngeren hatten zu kämpfen. „Heut Nacht war es schwer, um vier kam der Nebel und es wurde kalt“, meinte Daniel Bergerfurth. Deutlich leichter sei es tagsüber gewesen. „Wo das Publikum so geil mitgemacht hat!“
Auch den Zuschauern wurde einiges geboten. Hubschrauberrundflüge, Hüpfburg, Kinderbelustigung, Disko und Livebands, Essen und Getränke rund um die Uhr sorgten für Unterhaltung. Ein riesiges Helferteam war im Einsatz. Eine direkte Belohnung für ihr Engagement gab es für Sandra Schlüter, sie gewann einen der Plätze für eine Fahrt mit dem Heißluftballon.
Von eins bis um fünf Uhr nachts hatte sie Dienst gemacht, um sechs in der früh startete der Ballon. „Direkt in den Sonnenaufgang“, schwärmte sie. Nach dem letzten Schlusspfiff kamen die Spielerfrauen und –kinder aufs Spielfeld. Mit dabei viele bunte Luftballons und ein riesiges Glas Bier. „Wir sind stolz auf euch“, verkündeten die Familien der Spieler, bevor sie die Luftballons in den Himmel aufstiegen ließen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



