Emmerich: Gewerkschaft für neue Schule
VON BERND FINKE - zuletzt aktualisiert: 26.03.2011Emmerich (RPO). Die Lehrergewerkschaft GEW fordert eine Gemeinschaftsschule für Emmerich. Es gibt weniger Kinder, sogar die Europahauptschule sieht sie in Gefahr. Konsequenz: Schulen müssen zusammengelegt werden.
Zu einer Diskussion über die Frage: "Gemeinschaftsschule – ein Modell für Emmerich?" konnte Peter Hinze, Vorsitzender des SPD-Stadtverbands, am Donnerstag 40 Besucher, überwiegend Lehrer, begrüßen. Sie fand im PAN statt.
Referenten des Abends waren der Landtagsabgeordnete Wolfgang Roth, Mitglied des Schulausschusses im Landtag, sowie der Vorsitzenden des Kreisverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Walter Seefluth.
Seefluth wartete mit wichtigen, teils alarmierenden Zahlen zum demografischen Wandel auf.
Danach wechseln in diesem Jahr in Emmerich 284 Schüler zu weiterführenden Schulen, davon 108 zum Gymnasium (4 Klassen), 132 zur Realschule (5) und 44 zur Hauptschule (2 Klassen).
Lehrer eher dagegen
In der Diskussion überwog die Auffassung der Lehrer, dass das neue Schulmodell zwar interessant sei, aber die alten Probleme – insbesondere den Lehrermangel, den hohen Krankenstand bei den Lehrkräften und den damit verbundenen Unterrichtsausfall – nicht beheben werde.
Sollte die Zahl der Hauptschüler in den nächsten Jahren unter 36 sinken, so sei die Europa-Hauptschule akut gefährdet, unterstrich der Gewerkschafter.
Und die Zahlen seien eindeutig weiter rückläufig. So habe in Emmerich im Jahr 2000 die Zahl der Kinder zwischen 0 und 15 Jahren noch 5011 betragen, im Jahr 2010 dagegen nur noch 4402. Noch düsterer sähen die Zahlen der Zukunft aus, denn in Emmerich gebe es derzeit nur noch 95 Kinder im Alter zwischen 0 und 3 Jahren.
Beginn schon 2012 möglich
Vor diesem Hintergrund sprach sich Seefluth mit einem eindeutigen "Ja, sicher!!!" für die Einführung einer Gemeinschaftsschule in Emmerich aus.
Schon im August 2012 könne es losgehen.
Was eine Gemeinschaftsschule ist, erklärte Wolfgang Roth. Dieses Schulmodell zeichnet sich durch längeres gemeinsames Lernen und einen "ausgebauten Ganztag" aus. Das Modell sieht für die Klassen 5 und 6 eine Orientierungsstufe vor, gefolgt von der Sekundarstufe I. Danach gibt es eine eigene Oberstufe (Klassen 11 bis 13) oder eine Kooperation mit einem Gymnasium oder einem Berufskolleg.
Die Mindestklassengröße beträgt 23 Schüler, so dass eine Gemeinschaftsschule schon mit 92 Schülern (vier Klassen), im ländlichen Raum sogar schon mit 69 Schülern (3 Klassen), gegründet werden könnte.
Bis eine Gemeinschaftsschule eingerichtet werden könne, müssten aber "nicht wenige Hindernisse" genommen werden, so Roth, insbesondere müsse ein Konsens aller beteiligten Schulen bestehen. Bisher seien landesweit 17 Gemeinschaftsschulen an den Start gegangen, berichtete der Abgeordnete, sein Wohnort Kamp-Lintfort komme im nächsten Jahr sicher dazu.
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