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Emmerich: Großbrand: Katastrophe verhindert

VON LUTZ KÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 05.09.2007

Emmerich (RPO). Kurz nach Ausbrechen des Großbrandes gestern Morgen im Güterbahnhof zogen drei Loks einen Zug mit mehreren Kesselwagen noch rechtzeitig vom Unglücksort weg. Ihre Ladung: hochexplosives Gas.

Bei der Feuerwehr wusste gestern Nachmittag, als der Großbrand unter Kontrolle und abgelöscht war, niemand etwas von der explosiven Ladung. Doch der Güterzug einer privaten Bahngesellschaft stand tatsächlich bis 9.33 Uhr auf den Gleisen nahe des bereits stark brennenden Lagerhauses – nur durch einen weiteren Güterzug mit Steinen und Geröll getrennt.

Nur eine Minute später, also um 9.34, war die gefährliche Fracht dann verschwunden, wie Amateuraufnahmen eines Augenzeugen belegen: Der Fahrdienstleiter hatte offenbar geistesgegenwärtig eine entsprechende Anweisung gegeben.

Um 9.38 Uhr brach dann bereits die mittlere Überdachung des lichterloh brennenden Lagerhauses auf einer Breite von vielleicht 30 Metern auf den Gleiskörper.

Nicht auszudenken, was alles hätte passieren können, wenn das Personal nicht so schnell reagiert hätte. „Das wäre eine echte Kathastrophe gewesen“, bestätigte später ein Bahnmitarbeiter, der alles mit angesehen hatte. Und dem der Schreck noch in den Gliedern sitzt.

Das dürfte auch vielen Emmerichern so gegangen sein, die nicht nur die riesige schwarze Rauchsäule, bedingt durch den Brand der im Lagerhaus deponierten Harzfässer, sahen. Sondern auch stundenlang die Sirenen diverser Einsatzfahrzeuge hörten.

Allein 200 Feuerwehrleute waren stundenlang im Einsatz – und zwar von der Alarmierung um 9.23 Uhr bis gegen 16.30 Uhr, als die Flammen gelöscht waren. Brandwachen passten die ganze Nacht auf. Glutnester sollten nicht zur neuerlichen Gefahr werden.

Bei dem massiven Feuerwehr-Einsatz, an dem fast alle umliegenden Kommunen beteiligt waren, wurde deutlich: Das Wassernetz rund um den Bahnhof ist viel zu schwach. Erst als die Berufsfeuerwehr Duisburg ein dickes Rohr zum Hafen legte, standen die benötigten Wassermengen zur Verfügung. Eine Tatsache, die mit Blick auf die Betuwe nichts Gutes verheißt.

Quelle: RP

 
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