Emmerich: Hauptschule: Aus am 31. Juli
VON LUTZ KÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 26.11.2010Emmerich (RPO). Über 100 Eltern plus Kinder drängten gestern in den Ratssaal. Grund: Das Schicksal von Luitgardis Elten stand auf der Tagesordnung. Doch bevor das Ende beschlossen wurde, gab es hitzige Diskussionen.
Das gab es selten. Bevor die eigentliche Sitzung des Schulausschusses begann, bombardierten Eltern und Schüler die Verwaltung mit Fragen. Eine rekordverdächtige Einwohnerfragestunde, die 70 Minuten dauerte, folgte. Dann kam, womit zu rechnen war: CDU, SPD und BGE beschlossen, die Luitgardis-Hauptschule zum 31. Juli 2011 aufzulösen. Emmerich verfügt dann nur noch über einen Hauptschul-Standort: nämlich die Europa-Schule. Der Rat wird das am 14. Dezember bestätigen.
Vor allem die Tatsache, dass die meisten Eltern wohl durch die RP-Exklusiv-Berichterstattung erstmalig von der bevorstehenden Schließung erfuhren, brachte sie auf die Palme. Das hatten sie nämlich von der Emmericher Stadtverwaltung erwartet. Oder von der Schulrätin beim Kreis Kleve.
Schlecht geplant
Dass der Ratssaal nicht für alle interessierten Eltern und Kinder Platz bieten würde, war abzusehen. Allein die Anzahl der Leserbriefe in der RP und die tagelangen öffentlichen Diskussionen waren ein untrügliches Zeichen für das starke Interesse.
Die Stadtverwaltung hielt aber am Ratssaal fest, obwohl es bei der Diskussion rund um den Rheinpark dort schon massive Kapazitätsprobleme gegeben hatte.
"Kommunikations-Störungen"
Bürgermeister Johannes Diks räumte denn auch "Kommunikations-Störungen" zwischen Verwaltung und Schule/Eltern ein. "Die gab es aber bestimmt nicht an der Eltener Hauptschule", entgegnete Luitgardis-Lehrer Dieter Aengenendt unter dem lauten Applaus der Zuhörer. "Wir wären gerne informiert worden", sagte auch eine Vertreterin der Klassenpflegschaft. Die Begriffe "Sorge", "Wut" und "Trauer" verwendete sie ebenfalls in diesem Zusammenhang.
Vor allem Johannes Diks, aber auch die ebenfalls anwesende Schulrätin beim Kreis Kleve, Ursula Platzen, erklärten immer wieder, dass die Schließung dem Kollegium und Schulleiterin Ursula Fischer nach diversen Gesprächen eigentlich hätte klar sein müssen. Was von den anwesenden Lehrern bestätigt wurde. Allerdings waren die nicht von der sofortigen Schließung zum neuen Schuljahr ausgegangen.
Es wurde noch heftiger: Luitgardis-Lehrer Dieter Aengenendt erklärte, dass das Kollegium bei den Gesprächen mit Kreis / Stadtverwaltung angehalten worden sein soll, nicht öffentlich über eine Schließung zu sprechen.
Und Luitgardis-Leiterin Ursula Fischer sagte, dass bei den letzten Gesprächen im Sommer nur allgemein über die allen Beteiligten bewusste, unumgängliche Schließung wegen zu geringer Schülerzahlen geredet worden sei. Allerdings ohne konkretes Datum. Nach den Herbstferien habe sie dann vom Bürgermeister keine Rückmeldung mehr zum Thema erhalten. Bis die Einladung zum Schulausschuss kam. Und in dem stand der Verwaltungsvorschlag.
Erst nachdem Schulrätin Angelika Platzen die Notwendigkeit der Maßnahme noch einmal erläutert hatte, kam mehr Ruhe unter die aufgebrachten Eltern.
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