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Emmerich: Heiße Phase im Bekenntnis-Streit

VON MONIKA HARTJES - zuletzt aktualisiert: 14.01.2012

Emmerich (RP). Von Dienstag bis Donnerstag stimmen die Eltern an der Liebfrauen-Grundschule ab: Bleibt sie katholisch oder wird sie zur Gemeinschaftsschule. Beim Infoabend wurde klar: Durch die Schule geht ein Riss, das Ergebnis ist offen.

Ihre Schule steht für das  Foto:  Birgit van Driel, Schulleiterin der Rheinschule, beim Info-Abend. RP-Foto: Klaus-Dieter stade
Ihre Schule steht für das Foto: Birgit van Driel, Schulleiterin der Rheinschule, beim Info-Abend. RP-Foto: Klaus-Dieter stade

Die Elternvertreter der Liebfrauengrundschule haben sich positioniert: Sie wollen, dass sie eine katholische Einrichtung bleibt. "Die Mitglieder der Schulkonferenz vertreten die Meinung, es so zu belassen, wie es ist", sagte Dominik Verheyen, Vorsitzender der Schulpflegschaft. Bisher habe man Lehrerstellen immer mit qualifizierten katholischen Lehrern besetzen können, und die Liebfrauenschule habe einen guten Ruf.

Rund 100 Eltern waren am Donnerstag bei der Info-Veranstaltung, bei der über die Zukunft der Liebfrauengrundschule diskutiert wurde. Mit dabei waren Vertreter von Schulen, Schulamt, Stadt und den Kirchengemeinden. In der kommenden Woche stimmen die Eltern darüber ab, ob die Einrichtung ihren Status als Bekenntnisschule behält oder zur nicht konfessionellen Gemeinschaftsschule wird.

Info

Die Abstimmung

Die Termine für die Abstimmung sind: Dienstag, 17. Januar, von 8 bis 12.30 Uhr; Mittwoch, 18. Januar, 8 bis 12.30 Uhr und Donnerstag, 19. Januar, 8 bis 12.30 Uhr sowie 14 bis 16 Uhr.

Die Voraussetzung für eine Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule ist es, dass zwei Drittel der Eltern dafür votieren.

Interesse am Modell Rheinschule

Die erschienen Eltern stellten allerdings sehr kritische Fragen zur Bindung an den katholischen Glauben. "Wo ist das Problem, wenn ein Sportlehrer evangelisch ist?", wollte etwa eine Mutter wissen. "Ich sehe da eigentlich auch kein Problem", erwiderte Schulamtsdirektor Hans-Hermann Buyken – der Gesetzgeber untersage es nun mal.

Eltern evangelischen Glaubens erkundigten sich nach den Möglichkeiten, Religionsunterricht für ihre Kinder einzuführen. Und Mütter und Väter wollten von Birgit van Driel, Schulleiterin der nicht konfessionellen Rheinschule, wissen, wie Religion dort praktiziert werde.

"Wir haben Schüler mit verschiedenen Fähigkeiten, Nationalitäten und Religionen, wir lernen in der Gemeinschaft. Christliches Denken, Wertevermittlung und Freiheit im Glauben sind wichtige Aspekte", erläuterte sie. Die katholischen und evangelischen Kinder haben Religionsunterricht, besuchen Gottesdienste jeweils "ihrer" Kirche. Das Kollegium besteht aus Lehrkräften verschiedener Bekenntnisse.

Kaplan Christian Olding stellte sich gegen die Umwandlung der Schule. Das sei sinnvoll, wenn nur wenige Schüler katholisch seien: "Hier ist das nicht der Fall, in der Liebfrauen-Schule sind rund 150 Schüler katholisch." Zudem habe die Schule ein ausgeprägtes katholisches Profil mit intensiver Bindung zur Liebfrauen-Kirche. "Was ändert sich für mein Kind, wenn wir GGS werden?" fragte ein Vater. Wie eine Schule geführt würde, das liege am Lehrerteam und an den Eltern, meinte Hans-Hermann Buyken. "Aus Erfahrung weiß ich, dass sich die Qualität des Unterrichts durch die Umwandlung nicht ändern wird."

Er selbst sähe es im Sinne der Ausgewogenheit gern, wenn im Kreis Kleve mehr Bekenntnis- zu Gemeinschaftsschulen würden.

Internet: www.rp-online.de

Quelle: RP/jul


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