Emmerich: IG BISS bringt sich in Stellung
VON WOLFGANG HOPPE - zuletzt aktualisiert: 17.04.2009Emmerich (RPO). Betuwe: Die neue Initiative, die den siedlungsfernen Güterverkehr fordert, verfügt jetzt über einen Vorstand. Der Praester Karl-Heinz Jansen wurde zum Vorsitzenden der Interessengemeinschaft gewählt.
MILLINGEN Bevor der Praester Karl-Heinz Jansen zum Vorsitzenden und der Millinger André Stempel zu seinem Stellvertreter gewählt wurden, redete Leo Kasnitz den Mitgliedern der "IG BISS" noch einmal ins Gewissen: "In Wesel macht man sich schon lustig darüber, dass wir zum zweiten Mal eine Gründungsversammlung einberufen."
Er beendete damit anfängliche Diskussionen über die zu unterzeichnende Satzung. Der Entwurf hierzu war vor zwei Wochen ausführlich debattiert worden und alle Beiträge fanden in der jetzigen Vorlage ihren Niederschlag. "Wir müssen schon aus Haftungsgründen so schnell wie möglich die gerichtliche Eintragung bekommen", erklärte Kasnitz. Über weitere Änderungen könne auch noch später beraten werden. Anschließend leitete er die erste Vorstandswahl nach vollzogener Gründung der "Interessengemeinschaft Betuwe-Initiative-Sicherheit-siedlungsfern", kurz "IG BISS" genannt. Der neue Vorstand stellte noch einmal die wesentlichen, in der Satzung verankerten Grundsätze dar: "Es geht uns nicht um ein drittes Gleis an der A 3, sondern um zwei entlang der Autobahn laufende Gleise, die – siedlungsfern – ausschließlich dem Transitverkehr für Güterzüge dienen sollen."
Der weitere Vorstand
Schriftführerin: Angela van Ackeren (Millingen); Schatzmeisterin: Jutta Kowalkowski (Millingen); Öffentlichkeitsarbeit: Hanspeter Zabel (Wesel); Beisitzer: Prof. Dr. Klaus Haerten (Wesel) und Dr. Frank Apfel (Millingen). Doris Schleuter (Millingen) und Leo Kasnitz (Wesel) wurden zu Rechnungsprüfern ernannt.
Wirtschaftlicher Schaden
Hanspeter Zabel berichtete, er habe sich während vieler Sitzungen im Rat der Stadt Wesel und anderenorts kundig gemacht und dabei festgestellt, dass die Politik einer Hinhaltepolitik seitens der Bahn ohne verbindliche Aussagen erliege. Karl-Heinz Denstorf, der mit einer Ferienwohnung zu den Gleis-Anliegern in Haldern gehört, klagte über wirtschaftlichen Schaden durch das Ausbleiben von Gästen. In einem Aufruf äußerte er sich schriftlich: "Wenn unsere Politiker bei ihren Forderungen bleiben und den Güterverkehr auf der bestehenden Strecke zulassen, müssen sie bei einer Katastrophe auch die politische Verantwortung übernehmen." Andere der 17 bei der Gründungsversammlung anwesenden Mitglieder der "IG BISS" wiesen darauf hin, dass Schallschutzwände keinen ausreichenden Schutz gegen Lärm bieten können. "Stellen Sie sich einmal an eine solche Mauer, und Sie werden diese Feststellung selbst treffen können", meinte auch Jan-Simon Laarakker, der die Verhältnisse auf niederländischer Seite kennt.
Die Unterschriftenaktion der "IG BISS" ist noch nicht beendet. Die Beteiligung liegt derzeit im vierstelligen Bereich.
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