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Emmerich: In Norwegen Geduld gelernt

zuletzt aktualisiert: 27.11.2009

Emmerich (RPO). Das Ehepaar Hofer hat es von Rees nach Norwegen verschlagen. Hier arbeitet es für das Rotes Kreuz. In der RP schildert Michaela Hofer ihre Eindrücke vom Leben im Land der 1000 Fjorde.

 Foto: RPO
Foto: RPO

REES / Nøtterøy (zel) Norwegen: Die meisten Leute denken da sofort an "kalt und dunkel". "Doch wer Norge, wie es in der Landessprache heißt, kennt, der weiß, dass dies nur Vorurteile sind und Norwegen ein traumhaft, schönes Land ist", meint das Ehepaar Hofer. Im April werden es nun schon drei Jahre, seit Michaela und Manfred Hofer von Rees nach Norwegen ausgewandert sind. Das Ehepaar betrieb die Dartkneipe "Alt Kalkar", musste die Gaststätte aber nach einer schweren Erkrankung von Michaela Hofer aufgeben. "Das war damals eine harte, schwere Zeit für uns", erinnert sie sich. Man habe sich einen "Tapetenwechsel" gewünscht und da kam das Angebot wie gerufen, nach Norwegen zu gehen. Hier arbeiten beide jetzt in einem Haus des Deutschen Roten Kreuzes. Eine Entscheidung, die das Ehepaar nicht bereut hat, wie Michaela Hofer in ihrem Bericht für die RP schreibt:

Info

Hunde-Retterin

Zur Reeser Kirmes war das Ehepaar das letzte Mal in Rees, um hier Freunde zu besuchen.

Der Abstecher war für Dackeldame Funny ein Glücksfall. Denn Michaela Hofer rettete dem Hund das Leben, der in den Rhein gefallen war.

"Es ging damals alles ziemlich schnell. Wir bekamen über einen Bekannten ein Angebot, in Norwegen zu arbeiten. Beide kannten wir das Land nur von zwei Kurzbesuchen. Doch das hatte uns bereits überzeugt, wie schön es hier ist. Also nahmen wir das Angebot an und wagten den Neubeginn.

Langes Warten auf das Visum

Norwegen ist das Land der Fjorde, Schären und über 150 000 Inseln. Auf einer dieser Inseln leben wir nun. Es ist die Insel Nøtterøy, im Oslofjord, direkt am Meer. Die Menschen hier sind freundlich und vor allem sehr hilfsbereit. Von Anfang an fühlten wir uns hier zu Hause, obwohl wir die Sprache nicht konnten. Die meisten Menschen hier sprechen Englisch, was uns natürlich sehr weitergeholfen hat.

Das erste was wir hier lernen mussten, war Geduld. Denn die skandinavische Gemütlichkeit, bekommt man auch bei den Behörden zu spüren. Es hat fast drei Monate gedauert, bevor wir unser endgültiges Visum erhalten haben. Dies bedeutet aber auch, dass wir vorher von unseren Ersparnissen leben mussten. Ohne dieses Visum, kann man hier nämlich so gut wie gar nichts. Kein Konto eröffnen, kein Telefon anmelden, keinen Arzt aufsuchen (Notfall ausgenommen).

Das war die schwerste Zeit. Es hat ungefähr ein Jahr gedauert, bis wir uns hier vollkommen eingelebt hatten. Was wir hier besonders lieben, ist diese herrliche Natur und die Ruhe. Jede Jahreszeit hat hier ihren ganz besonderen Reiz. Der Frühling, der erst langsam erwacht und dann mit einer Vielfalt an Farben beeindruckt. Der Sommer mit seinen durchgehend hellen Nächten, in denen man leicht das Zu-Bett-Gehen vergisst. Der Herbst mit seinen vielen Stürmen, besonders schön am Meer zu erleben und der Winter, mit Eis, Schnee und der Dunkelheit.

In dieser Zeit der Ruhe, mit Kerzenschein am Kamin, macht es uns nichts aus, dass es kaum hell wird. Der Norweger lässt sich davon nicht abschrecken. So wird auch im Winter draußen gegrillt. Hier sagt man immer: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.

Wir sagen immer, entweder man liebt Norwegen oder man kennt es nicht! Wir genießen das stressfreie Leben und den hohen Lebensstandard von Norge und haben es nicht bereut, ausgewandert zu sein. Was will man mehr?"

Quelle: RP

 
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