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Emmerich: Infarkt: Eine Frage der Zeit

VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 24.04.2008

Emmerich (RPO). Die Verantwortlichen haben keine Erklärungen für die schlechten Zahlen des Kreises Kleve in der Infarkt-Statistik. Aus Emmerich und Rees sollen alle Patienten in spätestens 15 Minuten im Krankenhaus sein.

Joachim van Alst. Foto: RPO
Joachim van Alst. Foto: RPO

EMMERICH / REES Die Statistik des Landesinstitutes für Gesundheit Bielefeld hat das Thema „Herzinfarkt“ in den Blickpunkt gerückt. Vor allem, weil darin für den Kreis Kleve eine deutliche Steigerung der Infarkt-Toten ausgewiesen wird. Die Grünen haben das sogar zum Thema der heutigen Kreistagssitzung gemacht.

Eine Erklärung für die schlechten Zahlen im Kreis Kleve hat Dr. Joachim van Alst, ärztlicher Leiter der Notarztstation am Willibrord-Spital, nicht. „Wir haben bei uns den bundesweit gültigen Standard. Der Patient in Rees und Emmerich kann sicher sein, dass er die maximal mögliche Erstversorgung erhält“, sagt der Arzt. Der Notarzt leite die Erstversorgung direkt vor Ort ein, zudem verfüge der Rettungswagen zur genauen Diagnostik über ein 12-Kanal-EKG. Grundsatz ist, dass die nächste verfügbare Klinik angefahren wird. Für Emmerich ist das in der Regel das St. Antonius-Hospital in Kleve.

Info

Die Zahlen

In 2006 stieg die Zahl der Sterbefälle je 100 000 Einwohner im Kreis Kleve auf 99 (2004: 62,1).

Im Kreis Wesel hingegen sank sie im selben Jahr weiter auf nunmehr 47,1 (2004: 73,8).

Notfallpatienten aus Rees werden nach Kleve, Bocholt oder Wesel gebracht. „Neben der Entfernung ist wichtig, dass das Herz-Katheder-Labor auch für den akuten Fall frei ist“, erläutert Dr. van Alst. Auch das werde bereits im Rettungswagen abgeklärt. Durch das 12-Kanal-EKG hat der Arzt die Möglichkeit, die Daten direkt an die Zielklinik zu übertragen, so dass sich das Personal dort bereits auf den Patienten einstellen kann. Er braucht dann nicht mehr in die Notaufnahme, sondern kann direkt in das HK-Labor. Das ist in den drei Krankenhäusern 24 Stunden lang besetzt. Hier wird der akute Herzinfarkt entweder durch Medikamente oder eine Gefäßdehnung behandelt.

Etwa 15 Minuten dauert es, bis ein Patient von Rees aus im Krankenhaus ist. Von Emmerich aus sei man sogar noch schneller. Beim Infarkt zählt jede Minute, daher rät Dr. van Alst, im Zweifel lieber einmal zuviel den Notarzt zu rufen. Oft genug komme es vor, dass Betroffene ein Ziehen im Arm falsch deuten und sich selbst auf den Weg ins Krankenhaus machen statt den Rettungswagen zu rufen.

Überraschend an der Statistik des Landesinstitut ist, dass ausgerechnet der Nachbarkreis Wesel gute Zahlen meldet. Doch auch hier haben die Verantwortlichen keine Erklärung. „Natürlich freuen wir uns, dass der Kreis Wesel am besten dasteht, aber ich weiß nicht, wo das herkommt. Besonders die große Diskrepanz zwischen uns und anderen Kreisen verwundert sehr“, sagt Dr. Martin Raiber vom Marien-Hospital Wesel, das zur Holding mit dem Emmericher Krankenhaus gehört.

Quelle: RP

 
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