Isselburg: Isselburger Moschee eingeweiht
VON WOLFGANG HOPPE - zuletzt aktualisiert: 29.04.2008Isselburg (RPO). An den Anblick der Moschee in Isselburg haben sich viele bereits gewöhnt, schließlich ist das Gebäude ein echter Blickfang. Bei der Einweihung wurde das gute Verhältnis zwischen Muslimen und Christen gelobt.
Zur feierlichen Eröffnung der Nasir-Moschee in Verbindung mit dem Jubiläum „100 Jahre Khalifat“ begrüßte Abdur Rafik Ahmad am Sonntag fast hundert Gäste. Sein Gruß galt insbesondere den Ehrengästen, darunter der SPD-Bundestagsabgeordnete Christoph Pries, Klaus Spaan als Vertreter des Bürgermeisters Adolf Radstaak, Dr. Bruno Ketteler, Vertreter der Fraktionen im Rat der Stadt, Pfarrer Michael Binnenhey und den Vorsitzenden der Muslime in Deutschland, Abdullah Uwe Wagishauser.
Verse aus dem Koran
Nachdem Abdur Rafik Ahmad, der in Frankfurt als Rechtsanwalt arbeitet, einige Verse aus dem Koran rezitierte und diese in die deutsche Sprache übersetzt wurden, sangen Kinder der „Ahmadiyya Muslim Jamaat“-Gemeinde einige Verse, mit denen sie Allah suchten: „Unsere Moschee ist viel grüner als der Klee und viel blauer als die See“, sangen sie und wiesen hin „auf das Paradies, das der Prophet uns verhieß“.
Bei allen Reden kam die Freude der pakistanischen Muslime über das gelungene Werk zum Ausdruck. Es wurde erklärt, dass „Ahmadiyya Muslim Jamaat“ eine der ältesten muslimischen Vereinigungen ist und es in Deutschland im Jahre 1949 zur Gründung der ersten Gemeinde kam. Nach den Verfolgungswellen in Pakistan in den 1970-er Jahren flüchteten Gläubige in die BRD, von denen viele inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Weltweit gibt es 30 000 Mitglieder in 190 Ländern. In Isselburg leben 100 Gläubige und weitere 550 in der Region.
Die Ziele der Glaubensgemeinschaft, die sich ausschließlich aus Spenden finanziert, liegen im „selbstlosen Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden bei Ablehnung jeglicher Gewalt“, wie es heißt. Sie tritt für Gleichheit von Mann und Frau, sowie für die Trennung von Kirche und Staat ein. Als eine besondere Aufgabe wurde das Projekt „Bildung gegen Kriminalität“ genannt. Die Zahl der Abiturienten in der Gemeinschaft sei sehr hoch. Klaus Spaan, der die Glaubensgemeinschaft mit verbindenden Worten begrüßte, wies darauf hin, dass „mit vereinten Kräften Brücken gebaut werden können, die gerade in heutiger Zeit notwendiger denn je sind“.
Christoph Pries freute sich darüber, dass „sich die Bürger Isselburgs immun gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit erwiesen haben“. Offenheit, Toleranz und gegenseitiger Respekt seien die Grundpfeiler für ein künftiges gutes Miteinander.
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