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Emmerich: Katholisch: 65 Eltern dagegen

VON CHRISTIAN HAGEMANN - zuletzt aktualisiert: 21.09.2011

Emmerich (RP). 65 Eltern haben an der Liebfrauen-Grundschule beantragt, dass die Einrichtung nicht mehr katholische Bekenntnisschule ist. Die Zahl reicht aus, um ein offizielles Wahlverfahren in Gang zu setzen.

Eine Schule mit sehr gutem Ruf: Aber ist sie deshalb gut, weil sie katholisch ist? Oder wird ihr genau das in Zukunft zum Verhängnis?  Foto:  Markus van Offern
Eine Schule mit sehr gutem Ruf: Aber ist sie deshalb gut, weil sie katholisch ist? Oder wird ihr genau das in Zukunft zum Verhängnis? Foto: Markus van Offern

Die Liebfrauen-Grundschule hat einen sehr guten Ruf in Emmerich. Einige Eltern sagen, die Qualität sei deshalb besonders hoch, weil es sich um eine katholische Bekenntnisschule handle.

Rektor Heribert Feyen weiß um diese Argumentation und verzeichnet ständig steigende Schülerzahlen. Und er fürchtet einen Qualitätsverlust. Eben weil die Liebfrauen-Schule Bekenntnisschule ist.

Der Grund: Feyen will für seine Schule nur die besten Lehrer. Nach heutiger Gesetzgebung werden die Stellen "schulscharf" ausgeschrieben. Das bedeutet: An der katholischen Bekenntnisschule darf nur ein Lehrer mit katholischem Bekenntnis eingestellt werden.

Info

Noch ein Argument

Für Feyen gibt es ein weiteres Argument für eine Umwandlung.

Im vergangenen Jahr besuchten 268 Kinder aus 21 Nationen die Schule.

157 von ihnen waren katholisch.

46 waren evangelisch.

65 Kinder hatten ein anderes religiöses Bekenntnis oder gehörten keiner Glaubensgemeinschaft an.

Früher war das anders. Da verteilte die Bezirksregierung die Anwärter auf die verschiedenen Schulen. Wo ein Lehrer fehlte, gab es die Versetzung. Wenn der Kandidat evangelisch war, war das kein Problem. Das erklärt, warum ein Teil der Lehrer an der Liebfrauen-Grundschule evangelisch ist.

Schulleiter Heribert Feyen hat in einem Elternbrief schon vor den Ferien auf seine Sorgen hingewiesen. Und er hat dargelegt, dass die Liebfrauen-Schule, wenn sie nicht mehr Bekenntnisschule ist, weiterhin christliche Werte und Inhalte vermitteln kann. Das ist nämlich auch Teil des Lehrplans einer sogenannten Gemeinschaftsschule, zu der die Liebfrauen-Schule dann würde.

"Zwei Drittel müssen dafür sein": Schulamtsleiter Dirk Loock. Foto:

Unterstützung in seinen Bemühungen findet Feyen beim zuständigen Schulrat Hans-Hermann Buyken beim Schulamt in Kleve. "Ich kann Herrn Feyen verstehen", sagt der Vorgesetzte des Schulleiters.

An der Schule allerdings gibt es Widerstand. Der bisherige Schulpflegschaftsvorsitzende Dominik Verheyen hat bislang betont: "Die Schulkonferenz hatte sich längst dagegen entschieden." Der Hintergrund: Feyen hat die Umwandlung der Schule den Lehrern und Eltern bereits vorgestellt. Die Mehrheit war allerdings dagegen.

Nun hat Feyen zu Beginn des Schuljahres noch einmal in einem Brief an die Eltern auf die Sache aufmerksam gemacht. Und mittlerweile unterstützen ihn 65 Eltern. Nach Gesetz muss mindestens ein Fünftel der Eltern eine Umwandlung beantragen. "Mit Beginn des Schuljahres haben wir 281 Kinder an der Schule", sagt Emmerichs Schulamtsleiter Dirk Loock. "65 Eltern sind schon mehr als notwendig."

Loock weiter: "Der nächste Schritt wäre ein Tag an der Schule, an dem die Eltern per Wahlzettel für oder gegen eine Bekenntnisschule stimmen würden." Für eine Änderung müssten dann aber zwei Drittel stimmen. Das wären dann 187 Eltern.

 

Quelle: RP


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Links zu diesem Artikel (1)
Respekt, Herr Feyen! Ein Schulleiter setzt sich für die Umwandlung seiner KGS ein | Initiative "Kurze Beine – Kurze Wege" »
30.12.11 18:29 Uhr
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