Emmerich: Kühn: Fertig mit der Stadt
VON LUTZ KÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 19.02.2010 - 17:26Emmerich (RPO). Frank Kühn ist maßlos enttäuscht von der Emmericher Stadtverwaltung. Immer wieder habe sie ihm Knüppel bei Veranstaltungen zwischen die Beine geworfen. Jetzt wird er hier keine Events mehr organisieren.
Die Enttäuschung bei Frank und Otti Kühn ist fast schon greifbar. "Der Ärger ist einfach zu groß, um weiterzumachen", erklärt Frank Kühn gegenüber der RP. "Von der Stadtverwaltung werden uns bei Veranstaltungen immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen."
Konsequenz: Der Praester und seine Frau werden keine Events mehr in Emmerich organisieren.
Das Fass zum Überlaufen brachte das letzte Karnevalszelt auf dem Geistmarkt, das jetzt nicht mehr von den Kühns gesetzt wird. "Wir hatten das Gefühl, dass der Mitarbeiter des Bauamtes, der das Zelt abnimmt, immer etwas Neues findet, was nicht passt", erklären beide. Es folgen Details, die den Rahmen sprengen würden. Wobei es nicht darum geht, gesetzliche Auflagen zu umgehen. Die wollten sie selbstverständlich erfüllen.
Einige Stationen
Frank Kühn führte das GECK 15 Jahre bis Anfang 2004. Beruflich war er lange Bezirksdirektor einer Versicherungsgruppe.
2005 übernahmen Frank und Otti Kühn die Regie beim Karnevalszelt auf dem Geistmarkt. Ab 2007 war er für das Neumarkt-Programm beim Stadtfest zuständig.
2008 scheitern seine Pläne an der Politik: Sie sagt Nein zu einem Biergarten im Rheinpark.
2009 übernimmt er die gastronomische Leitung im "Allround Sports" in Kleve.
Ein Beispiel: Im Zusammenhang mit der Abnahme der Heizung im Zelt erklärte laut Kühn ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde ihm gegenüber: "Da scheinen Sie aber jemanden in Emmerich nicht richtig gegrüßt zu haben." Womit er wohl meint, dass da offenbar jemand den Kühns nur zu gerne auf die Füße tritt.
Oder wie bei der neuen, zertifizierten Notbeleuchtung: Hier musste Kühn eine Bescheinigung vom Hersteller beibringen. Anschließend musste noch ein Emmericher Elektromeister sein Okay geben. Trotz Prüfsiegel. Zufall?
Doch es ist nicht nur das Zelt. Nach drei Jahren, in denen Kühn das Musikprogramm beim Stadtfest am Neumarkt exzellent organisiert hat und selbst den Bürgermeister auf den Laufsteg schickte, erhielt er jetzt einen Brief von der Wirtschaftsförderung. "Danke – aber dieses Jahr nehmen wir alles in die eigene Hand", lautete der Tenor.
Dabei hatte Kühn mit seiner Firma "Kurios Events" die Weather Girls oder George McCrae geholt. Vorbei. Ende. Aus. Von finanziellen Zwängen ist die Rede. "Dabei habe ich auch mein eigenes Geld investiert und riskiert", so Kühn.
Dreimal hat er versucht, ein Kirmeszelt zu setzen. Erfolglos. Seine Idee vom Biergarten im Rheinpark – von der Politik abgeschmettert. Und eine Bewirtschaftung des Sandstrandes an der Promenade wurde ebenfalls abgelehnt.
Jetzt hat er fertig mit der Stadt.
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