Emmerich: Lärmschutz: Stadt will Glas und Grün
VON MARKUS BALSER - zuletzt aktualisiert: 17.01.2012Emmerich (RP). Bei der Betuwe-Planung für Haldern will die Stadt Rees für die Ortsmitte, den Nachtigallenweg und das "Halderner Feld" optisch ansehnlichen Schallschutz. Zudem sollen während der voraussichtlich gut vierjährigen Bauphase die Bewohner entlang der Strecke entlastet werden.
Die seit vergangener Woche ausliegenden Pläne für die Betuwe-Linie im Bereich Haldern stoßen nach wie vor auf großes Interesse. Im Rathaus wie im Internet kämpfen sich Anwohner durch das neun Aktenordner starke Daten-Material, das die Bahn jetzt veröffentlicht hat. Wann es mit dem Bau des 3,64 Kilometer langen Streckenabschnitts vom Halderner Gewerbegebiet Alte Heerstraße bis zur Ortsgrenze von Hamminkeln allerdings losgehen wird, steht noch in den Sternen. "Das ist nicht zuletzt davon abhängig, wie viele Stellungnahmen dazu von der Bezirksregierung abgearbeitet werden müssen", vermutet Stadtsprecher Frank Postulart.
CDU gibt Antworten
Die Halderner CDU lädt für heute zu einem Bürgerstammtisch ein, bei dem Fragen zum Thema beantwortet werden sollen. Dabei soll auch ein Überblick über den Wust an Unterlagen gegeben und erklärt werden wie man den Daten-Dschungel am besten nach Informationen durchforsten kann.
Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Gasthof Tepferdt in Haldern.
Klar ist, dass eine der umfangreichsten Eingaben dazu von der Stadt Rees selbst kommen wird. Wie berichtet, hat sich das Rathaus auf gut 50 Seiten zu den Unterlagen geäußert und mit Kritik an der Bahn nicht gespart.
Ein Knackpunkt ist unter anderem die Optik des Lärmschutzes. "Wir wollen keine durchgehenden Aluminiumwände, sondern Schallschutz, der sich den örtlichen Gegebenheiten anpasst", sagt dazu Bauamtsleiterin Elke Strede. Entlang der Gartenfläche am Nachtigallenweg oder am Halderner Feld wünscht die Stadt deshalb vegetativen Lärmschutz, vergleichbar mit der bepflanzten Lärmschutzwand in Millingen am Rückenbuschfeld. Und für den Bereich um die Ortsmitte schweben dem Bauamt Schutzwände aus Glas vor. "Damit hier die Sichtachse nicht zerstört wird", wie Elke Strede erläutert.
Ziel der Stadt ist aber auch, die Anwohner während der voraussichtlich vierjährigen Bauphase zu entlasten. Deshalb sollen erst die drei Ersatzbauwerke für die wegfallenden Bahnübergänge, dann der Lärmschutz und später der Ausbau der Gleise erfolgen. "Alles andere wäre vor allem den direkten Anwohnern kaum zuzumuten", so Elke Strede mit Blick auf die Verkehrsbelastung und das schwere Gerät, das während des Baus zum Einsatz kommen wird.
Während die Stadt Rees ihre Stellungnahme nach der Ausschusssitzung am Donnerstag an die Bezirksregierung in Düsseldorf weiterleiten wird, haben Bürger noch bis zum 23. Februar Zeit, ihr es gleich zu tun. Allerdings werden die Pläne für den Abschnitt Haldern nur noch bis inklusive 9. Februar einzusehen sein. Danach werden sie aus Rathaus und Internet (www.stadt-rees.de" unter "Aktuelles") verschwinden. "Das schreibt das Verwaltungsverfahrensgesetz so vor", erklärt Bauamtsleiterin Elke Strede.
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