Emmerich: Männer der ersten Stunde
VON LUTZ KÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 07.04.2009Emmerich (RPO). Das AWO-Zeltlager ist längst Kult. Seit 1975 vergnügt sich der Nachwuchs eine Woche lang auf dem Eltenberg. In diesem Jahr wird die RP die Vorbereitungen in loser Folge begleiten. Heute geht es um die Anfänge.
Da ist aber Bewegung drin! Kaum hat Gerdi Köster den Laptop im Kaminzimmer bei Wanders am Eltener Markt angeworfen, geraten die vier Herren ins Schwärmen. Hans-Jörgen "Sohnie" Wernicke (64), Ludger Gerritschen (56), Gert Rompel (57) und eben Gerdi Köster (61) baden geradezu in Erinnerungen. Denn das Quartett zählt zu den Gründungsvätern des Zeltlagers auf dem Eltenberg. Und die vielen alten Bilder, die sie sich auf dem kleinen Bildschirm ansehen, wecken halt Erinnerungen ohne Ende. Und sorgen für Lacher en masse.
Awo-Lager ist ein Juso-Lager
Kaum zu glauben: Das AWO-Zeltlager ist eigentlich ein Juso-Zeltlager. Denn die vier Eltener plus ihre Mitstreiter waren Mitglieder der SPD-Jugendorganisation, als sie 1975 mit 60 Kindern erstmals auf dem alten DJK-Platz in Hochelten campierten. "Wir wollten etwas für Kinder tun, deren Eltern sich keinen teuren Urlaub leisten konnten", erklärt "Sohnie" Wernicke.
Anmeldung: 23. April
Das diesjährige Zeltlager findet vom 5. bis 10. Juli auf dem Eltenberg statt. Teilnehmen können Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Die Teilnahmegebühr, welche bar bei der Anmeldung zu entrichten ist, beträgt je 65 Euro für das erste und zweite Kind – das dritte Kind ist befreit.
Telefonische Anmeldungen sind nicht möglich! Bei der Anmeldung muss ein Elternteil der/des Kindes anwesend sein.
Die Anmeldung findet am Donnerstag, 23. April, ab 18 Uhr in den AWO-Räumen, Sonderwykstraße 2, in Elten statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 100 Kinder.
Dazu spuckten die Genossen kräftig in die Hände. Wasser und Strom wurde in frostsichere Tiefen verlegt. Die Hütte, eigentlich eine Toilettenanlage, wurde auf Vordermann gebracht. Und Duschen wurden installiert. "Ein Lager-Motto gab es anfangs gar nicht", erinnert sich Gerdi Köster, der später Projekte wie "Robin Hood", "Ali Baba" oder "Emil und die Detektive" filmisch umsetzte. Filme, die bald zu sehen sein werden, auch wenn der Termin noch nicht ganz feststeht.
Circa 1984 soll dann die Umbenennung in AWO-Lager stattgefunden haben. Denn die AWO gehörte von Anfang an zu den Unterstützern. Und als es mit den Jusos zu Ende ging, machte das Quartett im Vorstand der AWO weiter. Und sicherte das Fortbestehen des Lagers.
Einer von Meisters? Ein von van Honk? Oder doch der Sohn von einem gewissen Dieter? Immer wieder sind die vier Herren uneinig, wen sie da auf dem Laptop sehen. Gerade was den damaligen Nachwuchs angeht. Bei den Erwachsenen ist man sich eher einig. Beispielsweise, als Hans Hübers ins Bild kommt. Er war der erste Koch des Lagers. "Die Pötte haben wir uns immer bei den Pfadfindern und auch dem THW ausgeliehen", sagt Ludger Gerritschen. Breites Nicken in der Runde, während man sich kurz zuprostet. Dann kommt schon die nächste Anekdote. Für die Filmaufnahmen zum Motto "Kleine Vampire" wurde von der Realschule doch tatsächlich ein Pappsarg ausgeliehen, der auf dem Dachgepäckträger eines Autos befestigt wurde. Damit ging es durch Emmerich – ungläubige Blicke inklusive.
Als die Lacher wieder leiser werden, meldet sich Gert Rompel, der als einziger bis heute noch dabei ist, zu Wort: "Das Zeltlager ist immer die schönste Woche im Jahr!" Widerrede erntet er dafür nicht.
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