Emmerich: Mathe-Wiederholung: Eine Zumutung
VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 11.06.2008Emmerich (RPO). Joachim Joosten drückt es freundlich , aber klar aus. „Die ganzen aktuellen Diskussionen um das Mathematik-Abitur machen meine Entscheidung, jetzt in den Ruhestand zu gehen, sicher nicht schwerer“, sagt der Leiter des Emmericher Willibrord-Gymnasiums.
Wie berichtet, dürfen jetzt alle Schüler, die die umstrittene Oktaeder-Aufgabe lösen mussten, die Abi-Klausur am Dienstag nachschreiben.
„Zu hoch gespielt“
In Emmerich wurde diese Aufgabe sowohl im Leistungs- wie im Grundkurs (dort in leichterer Form) gestellt. Abweichungen von der Vornote waren nur gering. In die mündliche Nachprüfung in Mathematik wegen zu großer Abweichung musste in Emmerich niemand. Gleichwohl haben die Schüler die Möglichkeit, die Klausur zu wiederholen. Per Serienbrief werden sie jetzt informiert und müssen bis Freitag mitteilen, ob sie nachschreiben wollen.
Mathematik-Lehrer Hartmut Meimerstorf geht davon aus, dass niemand in Emmerich das Risiko eingehen wird.
Er findet ohnehin, dass das ganze Thema zu hoch gespielt wurde. „Ein Schüler hat beispielsweise die Aufgabe nicht gelöst und trotzdem noch eine Zwei geschrieben“, erläutert er. Zudem sei die Aufgabe aus seiner Sicht nicht unlösbar, sondern im Gegenteil sehr einfach. Vielleicht sei das sogar der Haken für manche Schüler gewesen.
„Für die Lösung reichte eine Antwortzeile. Der eine oder andere Schüler hat sicher gedacht: ,Das kann nicht sein, das ist viel zu einfach.’“ Um die Aufgabe zu lösen, habe man nur die Ansicht kippen und Teilzeichnungen anfertigen müssen. Meimerstorf hatte die Aufgabe sogar bewusst ausgewählt, weil er klassische Geometrie in der Abitur-Klausur haben wollte.
In Rees wurde die Oktaeder-Aufgabe in der Grundkurs-Klausur gar nicht gestellt. Im Leistungskurs kooperiert Rees mit dem Gymnasium Kalkar. Hier hat ein Schüler aus Rees die Klausur mitgeschrieben. Mit der Oktaeder-Aufgabe. Er ist nun – wie die anderen Schüler in Kalkar – für heute zu einer Informationsveranstaltung in die Schule eingeladen. „Denn das ist aus unserer Sicht die beste Möglichkeit, alle Schüler umfassend zu informieren und gleichzeitig Fragen zu beantworten“, sagt Elisabeth George, Leiterin des Gymnasiums in Kalkar.
Im Matheabitur gab es drei größere Abweichungen. Eine allerdings sogar nach oben. Ein Schüler, der vorher Drei stand, schrieb eine Eins.
Trotz der Oktaeder-Aufgabe.
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