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Rees: Mordopfer wohnte in Rees

VON CHRISTIAN HAGEMANN - zuletzt aktualisiert: 05.03.2009 - 20:48

Rees (RPO). Wer hat Gülsüm Semin getötet? Einen Tag nach dem Fund ihrer Leiche in einem Wald in Rees hat die Kripo Details bekannt gegeben. Was die Polizei nicht bestätigt: Die 20-Jährige soll erschlagen worden sein.

Gülsüm S. war am Mittwoch tot aufgefunden worden.  Foto: Polizei
Gülsüm S. war am Mittwoch tot aufgefunden worden. Foto: Polizei

Offiziell teilte die Mordkommission den Namen der jungen Frau mit und eine Beschreibung ihrer Person. Und dass sie in Rees gewohnt hat. Wo sie dort wohnte, wie sie lebte, welcher Tätigkeit sie nachging – all das wollte oder konnte die Krefelder Mordkommission nicht sagen. "Aus ermittlungstaktischen Gründen", wie es hieß. "Wir wollen kein Wissen preisgeben, das vielleicht nur der Täter haben kann."

Deshalb hieß es offiziell auch nur, dass die 20-Jährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Nach Informationen der RP ist der Schädel des Opfers eingeschlagen worden. Die Leiche soll in dem Waldstück maximal zwei Tage gelegen haben, erfuhr die RP. Doch auch dafür gab es keine offizielle Bestätigung.

Info

Wer weiß etwas?

Die Kriminalpolizei fragt: Wer hat Gülsüm Semin am 3. oder 4. März gesehen?

Wer kann etwas zu Begleitpersonen der jungen Frau sagen?

Wer kennt Gülsüm Semin und kann etwas zu ihrer Lebenssituation, Bekanntschaften und Kontakten sagen?

Hinweise erbittet die Mordkommission unter der Telefonnummer 02821-5040.

Überraschend war gestern, wie schnell die Polizei die Identität von Gülsüm Semin ermittelt hatte. Am Mittwoch war die Leiche am späten Abend abtransportiert worden. Gestern morgen untersuchten die Gerichtsmediziner in Duisburg die Leiche. Bereits am frühen Nachmittag kam dann die entsprechende Information an die Presse, zusammen mit einem Bild von Gülsüm Semin, das offenbar aus ihrem Ausweis stammt.

Gülsüm Semin kommt aus einer kurdisch-muslimischen Familie, die in Rees nicht unbekannt ist. Im Mai 2006 setzten sich Mitschüler der Rheinschule dafür ein, dass die ältere Schwester von Gülsüm nicht in die Türkei abgeschoben wird. Die Schüler fürchteten, dass der jungen Frau dort eine Zwangsheirat drohe. Sie durfte bleiben.

Das Wäldchen, in dem ein Landwirt am Mittwoch gegen 15 Uhr die Leiche bei einem Spaziergang fand – der Hund schlug an der Stelle an – liegt etwa einen Kilometer vom Reeser Stadtrand entfernt an der Groiner Allee. Am Ende eines Feldweges, der sich mit dem Auto befahren lässt, lag die 20-Jährige. Sie war mit Zweigen und Blättern bedeckt. Ob die junge Frau im Wald getötet worden ist oder ob ihre Leiche später dorthin gebracht wurde, ist noch nicht klar.

Die Polizei in Krefeld hat eine Sonderkommission gebildet. Sie untersuchte am Mittwoch Abend den Fundort akribisch. "An so einer Stelle kann alles wichtig sein oder wichtig werden. Deshalb müssen die Umstände exakt festgehalten werden", erklärte ein Sprecher .

Leiter der Mordkommission ist Günter Kranz. Der Hauptkommissar ist im Kreis durch einen Mordfall bekannt geworden, der sich im Dezember 2005 in Straelen ereignet hatte. Ein damals 17-Jähriger hatte einen 19-Jährigen erstochen. 13 Monate später stellte sich der Täter.

Info Gülsüm Semin war 1, 59 Meter groß und schlank. Sie trug 40 Zentimeter lange, glatte, dunkelblonde Haare. Sei war bekleidet mit einer schwarzen Kapuzenjacke, einer weiß-violetten Strickjacke, einem rotweiß-gestreiften Rollkragenpulli, einer dunkelblauen Adidas-Sporthose und weiß-roten Nike-Sportschuhen mit roten Schnürsenkeln.

Quelle: RP

 
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