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Rees: Nachbarin im Streit "völlig ausgerastet"

zuletzt aktualisiert: 31.01.2012

Rees (RP). Vor dem Emmericher Amtsgericht ging es gestern um einen eskalierten Nachbarschaftszwist. Ein Ehepaar aus Haldern wurde wegen Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Bedrohung verurteilt, die 44-jährige Ehefrau zu einer zehnmonatigen Haftstrafe auf Bewährung, der 47-jährige Ehemann zu 2400 Euro Geldbuße.

Streitigkeiten bestanden zwischen dem Paar und ihren Nachbarn schon länger. Am 19. März 2011 schließlich wurde bei der Nachbarin ein Baum gefällt, der auf die gemeinsam genutzte Einfahrt fiel. Der Angeklagte wollte mit dem Auto herausfahren und beschimpfte die 40-jährige Nachbarin. Diese begann mit Hilfe ihrer Schwester, des Schwagers und eines Freundes, die Einfahrt freizuräumen.

In dieser Lage kam die angeklagte Ehefrau hinzu, versetzte der Schwester eine Ohrfeige, schlug auf die Nachbarin ein, gab zwischendurch dem helfenden Freund eine Ohrfeige, zerkratzte dem Schwager mit einem Haarreifen das Gesicht, zerrte die Nachbarin an den Haaren über die Einfahrt, warf sie zu Boden und schlug ihren Kopf, Beleidigungen ausstoßend, mehrmals aufs Pflaster. Wie eine Furie habe die Frau gewütet, beschrieb das 40-jährige Opfer: "Es war unbegreiflich, wie in einem falschen Film." Als ihre Schwester die Angreiferin überwältigte, drohte deren Ehemann: "Lass sie los, sonst bring' ich dich um."

Die 40-Jährige erlitt Prellungen, Abschürfungen, eine Platzwunde an der Oberlippe, eine leichte Gehirnerschütterung, die Schwester Prellungen. Die Schwester legte Fotos als Beweismittel vor. Die Verteidiger werteten diese als inszeniert: Die Situation sei provoziert worden, um die Fotos machen zu können. "So etwas kann man sich nicht ausdenken", meinte dagegen Richterin Waltraud Wacker. Die Angeklagte sei völlig ausgerastet.

Während der Bewährungszeit muss sie 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit verrichten. Der Zwist geht nicht weiter, dem Ehepaar wurde die Wohnung gekündigt.

Quelle: RP


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