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Emmerich: "Politik muss sich bewegen"

zuletzt aktualisiert: 21.03.2009

Emmerich (RPO). Karl-Heinz Jansen gehört zu den Organisatoren der Informationsveranstaltung "Was Sie über die Betuwe wissen müssen". Wie es nach diesem Abend weiter gehen soll, erklärte der Anwohner aus Praest RP-Redakteur Markus Balser.

Der Saal Slütter war fast voll bis auf den letzten Platz. Hätten Sie mit einer solch großen Resonanz gerechnet?

Karl-Heinz Jansen Ich hatte das natürlich gehofft. Dass es wirklich so gekommen ist, freut mich ungemein. Es zeigt, dass den Leuten das Thema wirklich auf den Nägeln brennt.

Wie viele haben denn die Resolution unterschrieben, die die Verlegung der Strecke an die A3 fordert?

Jansen Ganz genau kann ich das noch nicht sagen, aber es werden so um die 300 Unterzeichner sein.

Was war für Sie der Auslöser, bei diesem Thema die Initative zu ergreifen?

Jansen Die Bahn hat über Jahre hinweg den Bürger schlichtweg nicht vernünftig informiert. Fragen zur Sicherheit und zum Lärmschutz wurden immer wieder ausgeklammert. Jetzt will sie im Schweinsgalopp durch das Planfeststellungsverfahren. Das geht so nicht. Wenn wir einen Lärmschutz wie in Holland bekämen, dann könnte man vielleicht über ein drittes Gleis an der vorhandenen Strecke nachdenken. Doch dann bliebe immer noch die Frage nach der Sicherheit bei Gefahrguttransporten offen.

Haben Sie nicht die Befürchtung, dass es zu spät ist, um die Betuwe-Pläne, die ja schon relativ weit gediehen sind, jetzt noch einmal umzustoßen?

Jansen Besser spät als nie. Der Schnelle Brüter in Kalkar war auch schon fertig und ging niemals ans Netz. Was jetzt passiert, liegt an der Bevölkerung. Wir glauben schon, dass es für unsere Forderung einen großen Rückhalt gibt. Dass wir erst jetzt an die Öffentlichkeit gegangen sind, liegt auch an der Informationspolitik der Bahn. Selbst bei den großen Informationsveranstaltungen im November blieben die wichtigsten Fragen offen. Wenigstens bekamen wir ein paar Anhaltspunkte, auf die wir nun reagieren.

Wie wird es weiter gehen?

Jansen Wir wollen nun nach einem Termin suchen und die Unterschriften unseren Bundestagsabgeordneten Ronald Pofalla und Barbara Hendricks überreichen. Bei dieser Gelegenheit werden wir natürlich auch die ein oder andere Frage stellen. Wir hoffen, dass sich die Politik bewegt und es nicht nur bei Lippenbekenntnissen bleibt. Schließlich ist dieses Jahr auch ein Wahljahr. Ob wir einen Verein gründen, werden wir in nächster Zeit entscheiden.

Quelle: RP

 
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