Emmerich/Rees: Ratlose Segelflieger
zuletzt aktualisiert: 14.05.2009 - 20:29Gegenwind für den Flugsportverein Emmerich-Rees (FSV): Der Umzug des Vereins auf die andere Rheinseite hat sich zunächst einmal zerschlagen. Der Rat in Kalkar lehnte jetzt überraschend die Nutzung des dafür auserkorenen Geländes als neuen Segelflugplatz ab. Das Areal, das sich fast direkt gegenüber des jetzigen Emmericher Segelflughafens befindet, hätte zusammen mit dem Aero-Club Wissel genutzt werden sollen.
"Darüber sind wir schon sehr enttäuscht und auch ein wenig ratlos", sagt FSV-Vorsitzender Ulrich Bülter. Zumal nicht einmal die Argumente der beiden Vereine gehört worden seien. Nach dem Beschluss aus Kalkar hat Bülter bereits Kontakt mit der Bezirksregierung aufgenommen. Die machte ihm unmissverständlich klar: Ohne Änderung des Flächennutzungsplans, den der Rat in Kalkar jetzt ablehnte, auch kein Flughafen. Auch, dass das Gelände bereits von Gerd Plorin vom Aero-Club Wissel gekauft wurde, ändert daran nichts.
Kein Zeitdruck
Bereits Anfang des Jahres hatte sich Widerstand gegen die Pläne der Flugsportvereine formiert. Bauern und eine Bürgerinitiative sprachen sich dagegen aus. Sie wollen die Kulturlandschaft schützen, beziehungsweise weiterhin für die Landwirtschaft nutzen. Nun lehnte auch die Politik in Kalkar mit den Stimmen von CDU, Grünen und Freien Bürgern das Vorhaben mehrheitlich ab.
Für die betroffenen Flugsportvereine – beide haben zusammengenommen etwa 100 Mitglieder – geht die Suche nach einem neuen Domizil nun wieder von vorne los. Beide sollen bekanntermaßen ihre bisherigen Flugplätze aus Umweltschutzgründen aufgeben. Was in diesem Zusammenhang mit der Bezirksregierung in Düsseldorf vereinbart wurde, erleichtert den Vereinen ihre Situation jedoch ein wenig. "Es gibt keinen festen Termin, zu dem wir den Flughafen aufgeben müssen. Das heißt, wir stehen hier wenigstens nicht unter Zeitdruck", so Ulrich Bülter.
Attraktion ginge verloren
Der Vereinsvorsitzende will zwar nochmal versuchen, mit der Politik ins Gespräch zu kommen, doch dürfte eine Umkehr von der jetzt getroffenen Entscheidung in Kalkar eher unwahrscheinlich sein. Eines steht jedenfalls jetzt schon fest: "In Emmerich gibt es kein geeignetes Areal für uns", weiß Bülter. Denn benötigt wird ein hindernisfreies Gelände, das Platz für eine mindestens 1000 Meter lange Start- und Landebahn bietet.
Wenn nun auch das Gelände Bylerward als Alternative ausscheidet, dürfte auch den Emmerichern, die lieber am Boden bleiben, eine Attraktion verloren gehen. Denn von der Rheinpromenade aus hätte man auch auf diesen Flugplatz mit seinen Fliegern und Ballonfahrern den besten Blick gehabt.
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