Rees: Raucherclubs sind keine Lösung
VON MONIKA HARTJES - zuletzt aktualisiert: 16.10.2007Rees (RPO). Reeser Wirte diskutierten gestern über die Folgen des Nichtraucher-Schutzgesetzes. Angesprochen wurde auch das Thema „Schwarzgastronomie“, das viele Gastronomen in Rees verärgert.
Ein Raucherverein ist eine Gruppe, deren Vereinszweck der ausschließliche Konsum von Takakwaren ist. „Kann man dadurch als Einzelgastronomie dem Nichtrauchergesetz entgehen?“ fragte Thomas Kolaric, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Nordrhein. In einem interessanten und anschaulichen Vortrag erklärte er das neue Nichtraucherschutz-Gesetz, das zur Zeit von der Landregierung diskutiert wird und am 1. Januar 2008 in Kraft treten soll. Volker Kullmann, Vorstandsmitglied der Dehoga-Kleve, konnte gestern 25 interessierte Wirte und Mitglieder im Sport- und Freizeitcenter begrüßen. „Vergessen Sie die Nummer mit dem Raucherverein“, meinte Kolaric, die Politik würde diese Sonderregelung ganz schnell wieder streichen. Jede Art von Gastronomie, die mit Essen und Trinken zu tun hat, fällt unter das neue Gesetz. Nur in Hotel darf der Besitzer selbst entscheiden, ob seine Gäste in Zimmer, Lobby oder Tagungsräumen zur Zigarette greifen dürfen. Ansonsten gibt es nur drei Ausnahmen: Wer mindestens zwei Räume hat, darf den abgeschlossenen, untergeordneten Raum fürs Rauchen zur Verfügung stellen. So darf etwa auf separaten Kegelbahnen geraucht werden. Durch den Raucherraum dürfen Speise und Getränke transportiert werden, erklärte Kolaric auf Anfrage eines Wirtes.
Weitere Ausnahme sind geschlossene Gesellschaften. „Man kann sich seine eigene geschlossene Gesellschaft im Einzelfall schaffen“, war sein praktischer Tipp. „Wenn man zum Beispiel alle Raucher für einen bestimmten Tag in der Woche einlädt, wäre das so ein Fall.“ Ausnahme sind auch traditionelle Veranstaltungen, die im Brauchtum verankert sind. Bei Karneval oder Schützenfest darf also weiter geraucht werden.
Diskutiert wurde auch über so genannte „Schwarzgastronomie“. Die Wirte nannten einige Beispiele aus dem hiesigen Bereich, wo ihrer Meinung nach in Räumen ohne Konzession Getränke günstig ausgeschenkt würden. „Die nehmen uns so doch die Gäste weg“, kritisierte ein Kneipier.




dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.